CIOs: Supply-Chain-Projekte sind für Unternehmen am gefährlichsten

14. Juni 2006, 15:05
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Was bringen IT-Projekte geschäftlich gesehen und wo liegen die grössten Risiken?

Was bringen IT-Projekte geschäftlich gesehen und wo liegen die grössten Risiken?
In einer vom Softwareunternehmen Mercury Interactive in Auftrag gegebenen Umfrage unter mehr als 1000 CIOs von Grossunternehmen weltweit ging die renommierte "Economist Intelligence Unit" der Frage nach, welchen betriebswirtschaftlichen Erfolg IT-Initiativen einem Unternehmen bringen, und welche Projekte die grössten Risiken bergen.
"Überraschend negativ", so kommentiert Mercury, würden die CIOs den betriebswirtschaftlichen Erfolg ihrer IT-Initiativen einschätzen. Angesichts vieler anderer Studien, die in eine ähnliche Richtung deuten, scheint uns dies allerdings weniger überraschend: Insgesamt billigten die befragten CIOs "nur" 49 Prozent der von ihnen in den letzten beiden Jahren durchgeführten IT-Projekten einen messbaren geschäftlichen Erfolg zu.
Das Stichwort dürfte hier das Wort "messbar" sein. Die finanziellen Auswirkungen von IT-Projekten zu messen ist bestimmt erstrebenswert und sollte getan werden, wo es mit vertretbarem Aufwand möglich ist. Während der finanzielle Vorteil von manchen IT-Projekten auch bestimmt mehr oder weniger genau messbar ist – zum Beispiel der Mehrumsatz durch einen neuen Webshop minus die Kosten – ist der Nutzen anderer andere Projekte naturgemäss kaum fassbar. Was "verdient" man an einer Hackerattacke, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht – wer will das beweisen? – aufgrund des neuen Intrusion Prevention Systems schon gar nicht erst gestartet wurde? Was bringt der Upgrade auf Windows 2000, XP, Vista geschäftlich gesehen? Ausser, dass er halt unumgänglich wurde. Wieviel produktiver ist man durch E-Mail? (Gegenfrage: Wieviel produktiver ist man durch fliessendes Wasser auf den Toiletten?)
Trotzdem bleibt natürlich ein Prozentsatz von IT-Projekten übrig, die einen messbaren finanziellen Nutzen hätten bringen sollen, dies aber nicht taten. Im europäischen Durchschnitt gaben 28 Prozent der befragten CIOs Probleme in der Phase "Deployment/Rollout" als "Erfolgsverhinderer" an, 19 Prozent nannten mangelhafte Softwarequalität als Grund für Misserfolge.
Wer nicht wagt…
Leider fragte die Economist Intelligence Unit unseres Wissens nicht danach, welche Art von IT-Projekten die grössten messbaren Geschäftserfolge brachte. Sehr grosse geschäftlichen Risiken allerdings, so schätzen 36 Prozent der europäischen CIOs, bringen Probleme bei Supply-Chain/Logistik-Projekten mit sich. 29 Prozent zählten Projekte im Finanzbereich zur Kategorie "Hohes Risiko", 23 Prozent Projekte im Bereich Produkt- und Service-Entwicklung.
Von geschäftlichen Risiken bei SCM-Projekten kann man zum Beispiel bei der englischen Warenhauskette Sainsburys ein Liedchen singen, wo ein total missratenes SCM-Projekt rund 650 Millionen Franken verschlang – Kollateralschäden wie unzufriedene Kunden gar nicht mitgerechnet.
Angesichts dieser Zahlen erstaunt es auch, dass ein recht hoher Anteil, nämlich 40 Prozent der befragten CIOs, sagten, dass es bei ihrem Unternehmen keine zwischen der IT-Abteilung und der Geschäftsleitung koordinierte Strategie zum Management von Geschäftsrisiken durch IT gebe. (Hans Jörg Maron)

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