Circon rutscht in die roten Zahlen

20. März 2007, 11:02
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Anhaltende Probleme bei den Crealogix-Tochtergesellschaften Circon und Balzano. Gute Entwicklung im E-Business-Bereich.

Anhaltende Probleme bei den Crealogix-Tochtergesellschaften Circon und Balzano. Gute Entwicklung im E-Business-Bereich.
Creaogix hat heute die Geschäftszahlen für das vergangene erste Semester präsentiert. Beim Gesamtumsatz konnte der ERP- und E-Business-Dienstleister um 2,8 Prozent von 29,5 auf 30,4 Millionen Franken zulegen. Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) sank von 2,1 auf eine Millionen Franken. Während der Bereich E-Business nach wie vor profitabel war, rutschte das Unternehmen im ERP-Bereich mit den beiden Tochtergesellschaften Circon (Microsoft Dynamics AX) und Balzano (Evento) ins Minus.
ERP im Minus
Der Umsatz im ERP-Bereich ("unser Sorgenkind") sank um 8,8 Prozent auf 12,7 Millionen Franken. Es resultierte ein EBIT-Verlust von einer Million. Laut Crealogix wurde dieser Bereich durch ungenügende Produktivität, Auslandinvestitionen und hohe Kosten der Produktentwicklung belastet. An einer Telefonkonferenz sagt CEO Bruno Richle, er wolle den Verlust nicht beschönigen, möchte aber darauf hinweisen, dass die Geschäftsprozesse nun "optimiert" wurden.
Damit ist gemeint, dass vor allem im Bereich Planung und Controlling Verstärkung geholt wurde, zudem sei man auch dabei, die Softwareentwicklung zu standardisieren. Für die Circon-Gruppe gibt es nun einen eigenen Controller. Zwar wechselte Crealogix auch den CEO von Circon aus, doch dies aus gesundheitlichen Gründen. Auch bei Balzano gab's per 1. Januar einen neuen Chef.
In naher Zukunft sollen vermehrt Spezialisten für den ERP-Arm rekrutiert werden. Der momentane Zustand soll bis Sommer 2007 "korrigiert" werden. Es sei "kein Grund zur Panik", denn es handle sich um ein temporäres Problem, meint CEO Richle. Die Nachfrage nach den Produkten sei nach wie vor hoch. So meldete Crealogix eine Reihe von Neukunden. Man habe aber "aus internen Gründen" bremsen müssen. "Wir müssen zuerst fit werden", so Richle. Die Produktentwicklung und den Ausbau des Marktes habe man nicht zurückgefahren.
Vergangenen Oktober hatte Crealogix prognostiziert, dass noch im laufenden Geschäftsjahr die EBIT-Marge im ERP-Bereich auf 5 bis 10 Prozent verbessert werden soll. Dies dürfte ein Ding der Unmöglichkeit werden. Ein profitables Wachstum wird erst für das kommende Geschäftsjahr erwartet. Das Unternehmen bekräftigte, dass in zwei Jahren auch im Bereich ERP eine Marge von 10 Prozent erreicht werden soll.
Tiefer Gewinn prognostiziert
Mit dem Bereich E-Business ist Crealogix hingegen mehr als zufrieden. Hier konnte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahr auch Dank dem Kauf von C-Channel um 11,8 Prozent auf 17,8 Millionen Franken gesteigert werden. Die EBIT-Marge betrug 12 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr soll in diesem Bereich der Produktausbau weiter verstärkt werden. Dies gelte vor allem für den Bereich E-Banking.
Umsatzmässig soll das laufende Jahr das Niveau des vorangehenden Jahres erreichen. Allerdings liegt das EBIT von 7,2 Millionen Franken des vergangenen Jahres in weiter Ferne. Erwartet wird höchstens ein Gewinn von 2 Millionen Franken. (Maurizio Minetti)

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