Cisco-CEO Chuck Robbins: Der globale Chip-Mangel dauert noch mindestens 6 Monate

26. April 2021, 11:53
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Robbins liefert seine Erklärung, wie es überhaupt zu den Nachschub-Problemen kam.

In einem Gespräch mit der 'BBC' hat der Cisco-CEO Chuck Robbins klar gemacht, dass es aus seiner Sicht kein baldiges Ende des globalen Chipmangels geben wird.
Die Nachschubprobleme auf dem globalen Halbleitermarkt beschäftigen mittlerweile Politiker der höchsten Ebene in vielen Ländern. In den USA hat der neue Präsident Joe Biden deswegen kürzlich eine Online-Meeting mit vielen Industriekapitänen durchgeführt und sie dabei dazu gedrängt, die USA wieder zu einer führenden Nation in der Herstellung von Computerchips zu machen.
Robbins glaubt, wie er der 'BBC' sagte, dass die schlimmste Phase des Chipmangels noch rund 6 Monate dauern wird. Die Chiphersteller würden allerdings ihre Kapazitäten gegenwärtig ausbauen, so dass sich die Lage in den darauffolgenden 12 bis 18 Monaten kontinuierlich verbessern sollte.
Der Cisco-Chef erklärte zudem, wie es aus seiner Sicht zu dieser Krise kam. "Halbleiter werden ja heutzutage in fast allem verwendet, was hergestellt wird. Was passierte war, dass am Anfang der Covid-Pandemie jedermann dachte, dass die Nachfrage signifikant zurückgehen werde. Tatsächlich ist dann aber das Gegenteil passiert."
Als man diesen Irrtum bemerkte, so Robbins, war aber schon ein gewisser Schaden angerichtet worden. Denn Hersteller wie beispielsweise auch Cisco hatten den Chipherstellern signalisiert, dass sie ihnen wegen der Pandemie weniger Chips abkaufen würden. Diese reduzierten daraufhin ihre Produktionskapazitäten, noch bevor die IT-Industrie bemerkte, dass die Nachfrage in Wirklichkeit anstieg.
Robbins ist einer der ersten aus der IT-Branche, der auf diese anfänglich falschen Signale an Chiphersteller als Mitursache des Chipmangels hinweist. Andere wie beispielsweise das Marktforschungsunternehmen Forrester  oder der Chiphersteller Intel  verweisen dagegen eher auf die unerwartet hohe und weiter steigende Nachfrage nach Computerchips als Hauptursache.

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