Cisco leicht euphorisiert

14. Februar 2013, 11:38
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Cisco hat einen Rekordgewinn erzielt und sieht sich auf dem Weg an die Spitze der IT-Welt.

Cisco hat einen Rekordgewinn erzielt und sieht sich auf dem Weg an die Spitze der IT-Welt.
Cisco hat im abgelaufenen zweiten Quartal seines Geschäftsjahrs 2013 einen heftigen Gewinnsprung gemacht und einen Rekordgewinn erzielt. Der Umsatz des Netzwerkriesen stieg verglichen mit dem Vorjahresquartal um 5 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar, der Reingewinn um 44 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. Darin ist allerdings eine Steuergutschrift von über 900 Millionen Dollar enthalten. Alle Sondereffekte abgerechnet wäre der Gewinn laut Cisco um 6 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar gestiegen.
Im Servicebereich konnte Cisco den Umsatz um 12 Prozent steigern, im Produktegeschäft war der Zuwachs mit 3 Prozent deutlich bescheidener. Gerade im klassischen Kerngeschäft mit Switches und Routern, das immer noch knapp die Hälfte des Cisco-Umsatzes ausmacht, lief das Quartal etwas harzig. Der Umsatz mit Switches stieg zwar um 3 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, der Umsatz mit Routern fiel aber um 6 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.
Trotzdem liess sich CEO John Chambers zu einem ziemlich vollmundigen Kommentar hinreissen. "Wenn ich unsere Zukunft betrachte, sehe ich solide Fortschritte auf dem Weg zu unserem Ziel, das Nummer-1-IT-Unternehmen weltweit zu werden." Wenn man die neu enstehenden Märkte betrachte, sei es "einfach zu sehen, dass das intelligente Netzwerk im Zentrum dieser Zukunft" stehen werde.
Von den Umsatzzahlen der IT-Riesen IBM ist Cisco allerdings denn doch noch ein sehr grosses Stück weit entfernt. Vielleicht ist es ja allerdings auch eine Frage davon, wie man das "Nummer-1-IT-Unternehme der Welt" definiert, falls es mit dem Umsatz nicht klappt. Findige PR-Leute finden sicher eine passende Lösung.
Nachfrage: Vorsichtiger Optimismus
Differenzierter zeigte sich Chambers in seinen Aussagen zum aktuellen globalen Witschaftklima und zur IT-Nachfrage bei den Cisco-Kunden. Diese, so Chambers gegenüber Analysten, zeigten sich gegenwärtig "vorsichtig optimistisch". Einige Unternehmensführer seien zwar pessimistischer, aber viele Cisco-Kunden würden einen langsamen Anstieg ihrer Investitionen erwarten. Insbesondere Grosskunden in den USA würden mehr einklaufen, und dies sei früher oft ein Vorbote von künftigem Wirtschaftswachstum gewesen. (hjm)

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