Cisco von der Krise hart getroffen

6. August 2009, 10:14
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Der Netzwerk-Konzern drängt mit Macht in neue Geschäftsfelder und versucht, als Konzern innovativ zu bleiben.

Der Netzwerk-Konzern drängt mit Macht in neue Geschäftsfelder und versucht, als Konzern innovativ zu bleiben.
Wo können Firmen in der Krise Geld einsparen? Natürlich bei der Infrastruktur, wo man alle nicht unbedingt nötigen Projekte verschiebt und die bestehenden Infrastrukturen möglichst lange am Leben erhält. So ist es denn kein Wunder, dass Hersteller solcher Infrastrukturen wie Cisco unter der Krise leiden.
Im abgelaufenen Geschäftsquartal musste Cisco im Vergleich zum gleichen Zeitraum vor einem Jahr einen Rückgang des Umsatzes um 18 Prozent auf noch 8,5 Milliarden Dollar hinnehmen. Der Gewinn halbierte sich fast (-46 %), betrug aber immer noch 1,1 Milliarden Dollar.
Betrachtet man das ganze Geschäftsjahr, das am 25. Juli abgeschlossen wurde, sieht es ähnlich aus. Der Umsatz sank um knapp 9 Prozent auf noch 36 Milliarden, der Gewinn schrumpfte stärker (-24 Prozent), war aber mit 6,1 Milliarden Dollar immer noch bemerkenswert hoch.
Vorstoss in neue Geschäftsfelder - byzantinische Organisation
Ähnlich wie Microsoft versucht Cisco, seine extrem starke Marktstellung im Kerngeschäft (Router, Switches, IP Telefonie) dazu zu nutzen, rasch in neue Märkte vorzustossen und sich dort als dominanter Player zu etablieren. So investiert Cisco viel in Technologie für Videokonferenzen und greift die etablierten Platzhirsche im Server- und Speichermarkt frontal an. Ausserdem will man beim künftigen Mega-Geschäft, dem Bau von intelligenten Netzen für die Stromerzeugung und -Verteilung ("Smart Grid"), mehr als nur ein Wörtchen mitreden und sich im lukrativen Healthcare-Business festsetzen. Sprach Cisco vor zwei Jahren noch zwei Märkte an, so sollen es nach dem Willen des Chefs, John Chambers, nächstes Jahr schon deren 50 sein.
In einem solchen Unterfangen die Übersicht zu behalten, ist fast unmöglich. Deshalb hat Chambers dem Netzwerkriesen neue, hochkomplexe Management-Strukturen verpasst. Unter dem CEO sitzt ein "Operating Committee" mit 15 Top-Managern. Darunter gibt es 12 "Councils" mit durchschnittlich 14 Mitgliedern. Total 47 "Boards" sollen neue Technologien und Märkte ausfindig machen und diese bearbeiten. 43 dieser "Boards" berichten an die "Councils", vier der "Boards" direkt ans "Operating Committee". Arbeitsgruppen wiederum arbeiten an den einzelnen Projekten und füttern die "Boards" mit Geschäftsideen.
Noch Fragen? Das 'Wall Street Journal' hat die neue Management-Struktur von Cisco verdankenswerter Weise grafisch dargestellt. (Christoph Hugenschmidt)

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