Cisco will Licht ins RZ-Dunkel bringen

16. Juni 2016, 13:55
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Tetration Analytics soll sozusagen alles, was in einem RZ-läuft, dokumentieren und analysieren können. Zeitmaschine inklusive.

Tetration Analytics soll sozusagen alles, was in einem RZ-läuft, dokumentieren und analysieren können. Zeitmaschine inklusive.
Der Netzwerkriese Cisco lanciert im Juli mit "Cisco Tetration Analytics" ein völlig neues Produkt, und findet es so wichtig, dass es von CEO Chuck Robbins höchstpersönlich in einem Blogpost beschrieben wird. Rechenzentren, konstatiert Robbins, würden immer komplexer und Administratoren wüssten kaum mehr, was eigentlich genau in ihnen vorgeht. Ein heutiges Rechenzentrum gleiche einer Stadt, in der man sich ohne GPS, Karte oder Strassenzeichen bewegen wolle.
Aufs Rechenzentrum bezogen bedeutet dies laut Robbins: Man weiss nicht, wie Applikationen interagieren oder wie sie verbunden sind und oft auch nicht einmal, wie viele es überhaupt sind. Dies sei eine Folge der Virtualisierung, der schnellen Vermehrung der Applikationen, ihrer Mobilität und der zunehmenden Verwendung von hybriden Clouds.
Tetration Analytics soll nun laut Robbins wahre Wunderdinge vollbringen können, um diese Wissenslücken zu schliessen. Die Konkurrenz, von IT-Riesen bis zu Startups, habe zwar kleine Einzelteile entsprechender Lösungen auf Lager, aber nichts auch nur annähernd so umfassendes wie Tetration. Cisco adressiere damit eine ganz neue, noch unausgefüllte Produktnische, was auch eine grosse Chance für Cisco-Partner darstelle.
Cisco betont Plattformunabhängigkeit
Eine Tetration-Appliance kann laut Cisco pro Sekunde bis zu einer Million Ereignisse aufzeichnen, die von Software- und Hardware-Sensoren im Rechenzentrum gemeldet werden, und die Daten ein Jahr lang speichern. Für Analysezwecke sollen Milliarden von Aufzeichnungen in wenigen Sekunden durchsucht werden können.
Die Tetration-Analytics-Plattform wird in Form einer Appliance, die ein Rack füllt, geliefert. Die Software ist vorintegriert, Server und Switches bereits verdrahtet. Der Rollout bei einem Kunden sei damit in kürzester Zeit möglich, so Cisco. Softwaresensoren werden auf den Hosts installiert, in der ersten Version werden Linux- und Windows-Hosts unterstützt. Hardwaresensoren sind in die Chips der Cisco-Switches Nexus 9200-X und Nexus 9300-EX integriert. Yogesh Kaushik, Ciscos Senior Director für Produktmanagement, betonte aber gegenüber 'CRN.com', dass letzteres nicht bedeute, dass Tetration nur für Cisco-Umgebungen konzipiert sei. Die Plattform könne in jedem Rechenzentreum installiert werden, egal, welche Server und Switches vorhanden seien. Man könne sie nicht nur mit Cisco-eigenen Produkten, sondern auch mit anderen Produkten anderer Hersteller wie SDN-Controllern und Tools zum Management von Hybrid-Clouds integrieren.
Channel hoffnungsvoll
Laut Robbins hat Cisco zudem eine Art "Zeitmaschine für Rechzenzentren" eingebaut. Man könne damit die Zeit sozusagen zurückdrehen, vergangene Ereignisse in Echtzeit noch einmal ablaufen lassen und simulieren, was Änderungen bewirken würden. Man könne die Zeit auch "einfrieren" und ganz genau analysieren, was in einer bestimmten Sekunde passiert sei.
Von 'CRN.com' befragte US-Channelpartner von Cisco setzen einige Hoffnungen auf das neue Produkt. Es eröffne nicht nur eine neue Produktnische, die sie besetzen können. Die erhöhte Visibilität könnte Kunden zudem auch dazu ermutigen, vermehrt andere neue Technologien einzuführen, beispielsweise Software Defined Networking.(hjm)

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