Ciscos Chambers sorgt für Verwirrung

8. April 2011, 12:30
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Cisco-CEO John Chambers hat einen gigantischen Umbau angekündigt. Weltweit wird spekuliert, in welche Richtung er den Konzern steuern will. Bei Cisco Schweiz harrt man vorerst der Dinge, die da kommen mögen.

Cisco-CEO John Chambers hat einen gigantischen Umbau angekündigt. Weltweit wird spekuliert, in welche Richtung er den Konzern steuern will. Bei Cisco Schweiz harrt man vorerst der Dinge, die da kommen mögen.
Nach den grundsätzlichen Betrachtungen von Cisco-CEO John Chambers anfangs Woche zur Zukunft des angeschlagenen Konzerns in einem internen Memo.
Keinen Nachfolger in der Hinterhand
In fünf Jahren werde, so Chambers, die Position des CEO weniger mächtig und hierarchisch sein. Es werde wohl den Titel des CEO noch geben, dieser werde aber wahrscheinlich mehr ein Rats-Vorsitzender ("council leader") sein, als der Mann am Drücker ("command and control"). Das habe zwar bisher gut funktioniert, aber es sei nicht die richtige Form der Führung, wenn die Prioritäten in angrenzenden Märkten und bei Querschnitt-Projekten lägen.
Chambers schwieg sich in seinen Ausführungen allerdings aus, ob er bis in fünf Jahren einen Nachfolger ernennen wird. Zwei mögliche Nachfolger hatten Ende 2007 Cisco den Rücken gekehrt.
Raus aus den Consumer Electronics?
In seinem Memo, das per Mail an alle Angestellten ging, hatte Chambers versprochen, "nichts zu flicken, was nicht kaputt ist". Die Prioritäten seien "core routing, switching and services, collaboration, data center virtualization and cloud, architecture and video". Andere Portfolio-Bereiche allerdings würden "mit chirurgischer Präzision" angegangen. An welchen Bereichen er die Axt ansetzen will, liess er im Dunkeln.
Möglicherweise wird sich Cisco aus der margenschwachen Unterhaltungselektronik zurückziehen, wird allerorten spekuliert. Davon betroffen sein könnte die Heimnetzwerk-Sparte Linksys oder der Videokamera-Hersteller Pure Digital. Cisco hatte sich diese Zukäufe in den vergangenen Jahren jeweils mehr als eine halbe Milliarde Dollar kosten lassen.
Aussicht auf Veränderungen bei Cisco dürfte an der Börse für Frohlocken sorgen. Schliesslich dümpelt der Aktienkurs auf ungefähr demselben Niveau wie 1998. Das Wall Street Journal hat heute eine Umfrage aufgeschaltet und gefragt, ob Chambers zurück treten solle. Am frühen Nachmittag sprachen sich knapp 45 Prozent der Lesenden für einen Abgang aus, 39 Prozent waren dagegen.
Weltweite Spekulationen
Was auf die ingesamt 70'000 Mitarbeitenden zukommen wird, ist im Moment noch unklar. In Indien, wo Cisco einen Zehntel aller Angestellten beschäftigt, erwarten Manager Rationalisierung bei Forschung und Entwicklung, möglicherweise würden auch Produktegruppen zusammen gelegt, meldet die Times of India.
Bei Cisco in Zürich-Wallisellen wollte niemand Stellung zu möglichen Veränderungen nehmen. Beruhigend dürfte für die Schweizer Cisco-Tochter immerhin sein, dass das Innovationszentrum in waadtländischen Rolle in einem der von Chambers erwähnten Kernbereichen Video arbeitet. (Philippe Kropf)

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