Citrix: Alle Desktopvirtualisierungstechnologien in einer Software

7. Oktober 2009 um 08:45
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Citrix hofft, dass die Virtualisierung von Business-Desktops ab dem nächsten Jahr bei Unternehmen zur Routine wird.

Citrix hofft, dass die Virtualisierung von Business-Desktops ab dem nächsten Jahr bei Unternehmen zur Routine wird.
Citrix hat gestern die Lancierung von "XenDesktop 4" angekündigt. Die neue Citrix-Software soll am 16. November weltweit erhältlich werden und in drei Varianten auf den Markt kommen. Die Standardversion wird 75 Dollar pro User kosten, die Enterprise-Version 225 Dollar und die Platin-Version 350 Dollar. Für "XenApp"-Anwender gibt es ein spezielles Upgrade-Angebot.
XenDesktop 4 ist eine Plattform, über die Unternehmen ihren Mitarbeitern zentral im Rechenzentrum betriebene und verwaltete "virtuelle PCs" als Computerarbeitsplatz zur Verfügung stellen können. Der Zugriff erfolgt über das Netzwerk oder das Internet und soll mit jeder Art von Client – PC, Mac, Thin Client, Laptop oder Netbook – möglich sein.
Zu den Neuerungen in XenDesktop 4 gehört gemäss Citrix unter anderem die "HDX"-Technologie, welche auch die Übertragung hochaufgelöster multimedialer Bildschirminhalte auf die Clients ermöglichen soll.
Das Kernstück von XenDesktop 4 ist aber ganz klar "FlexCast". Für die Bereitstellung von virtuellen Desktops gibt es verschiendenste technologische Ansätze mit jeweiligen Vor- und Nachteilen. In XenDesktop 4 hat Citrix nun die gängigsten davon in die gleiche Plattform integriert, so dass sich Unternehmen entscheiden können, welche Variante sie benützen wollen. Auch eine Mischung der Varianten für User mit unterschiedlichen Ansprüchen ist möglich.
Desktopvirtualisierung ist nicht gleich Desktopvirtualisierung
Für Mitarbeiter, die alle weitgehend dieselben Applikationen verwenden, kann man beispielsweise einen virtuellen Desktop auf dem Server betreiben, den sich die User teilen. Diese müssen sich mit einem standardisierten Desktop abfinden, dafür reicht gemäss Citrix ein Server für bis zu 500 User.
Ist mehr Flexibilität bei den Arbeitsplätzen notwendig, kann auch für jeden User ein eigener, dedizierter virtueller PC auf dem Server installiert werden. Auf einem Server können so gemäss Citrix 60 bis 70 Arbeitsplätze betrieben werden.
Für Power-User mit hohen Leistungsanforderungen können sogenannte "Blade PCs" eingesetzt werden. User erhalten so ihre "eigene" Hardware, nur läuft diese nicht mehr am eigenen Arbeitsplatz sondern eben als "Blade" in einem Serverschrank des RZs.
Eine weitere Möglichkeit ist es, den Arbeitsplatz vom Server auf den Client zu "streamen". Dabei wird die Arbeitsplatz-Software (beziehungsweise deren wichtigste Teile, damit es schnell geht) bei jedem Start auf den Client geladen. Der Arbeitsplatz läuft danach auf dem Client und belastet also nicht die RZ-Hardware. Das OS, die Applikationen und die Daten werden aber immer noch zentral verwaltet.
Und zu guter letzt hat Citrix auch seine altbekannte Technologie in XenDesktop integriert, über die sich einzelne oder mehrere Arbeitsplatzapplikationen auf dem Server betreiben lassen, während das Betriebssystem ganz klassisch auf dem Client läuft. (hjm)

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