Cloud-Marktplätze werden für Software-Hersteller immer wichtiger

23. September 2021, 11:44
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Die Umsätze in den Marktplätzen von AWS, Microsoft und Google wachsen rasant. Der Channel werde trotzdem seine wichtige Rolle behalten, glaubt der Canalys-Experte Alastair Edwards.

Die Umsätze der Provider von Cloud-Services und insbesondere die der 3 Riesen auf diesem Gebiet, AWS, Microsoft und Google, wachsen rasant. Laut Zahlen des auf den IT-Channel spezialisierten Marktforschungsunternehmens Canalys betrug das Marktvolumen für IT-Infrastruktur-Services aus der Cloud im 2. Quartal 2021 47 Milliarden Dollar – 12 Milliarden mehr als ein Jahr zuvor. Wachstum in dieser Grössenordnung, so sind sich die meisten Marktforscher einig, wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen.
Noch sind die Umsätze, welche mit Softwarelösungen von Drittanbietern auf den Cloud-Marktplätzen der Hyperscaler erzielt werden, vergleichsweise gering. Laut Canalys werden es im laufenden Jahr 2021 4,1 MIlliarden Dollar sein, welche Softwareanbieter via Cloud-Marktplätze verdienen. Aber die Bedeutung dieses Vertriebskanals für die Softwareindustrie werde nun rasant zunehmen, sagt Canalys voraus. Bis 2025 werde sich der Umsatz der Cloud-Marktplätze in etwa versechsfachen.
Die Hyperscaler pushen diese Marktplätze, die für sie ein lukratives Nebeneinkommen und ein Mittel zur Kundenbindung darstellen. Unter anderem geben die 3 grossen Hyperscaler Kunden mit hohem Einkaufsvolumen Rabatte in Form von "Cloud-Rabattmarken", welche jene für den Bezug von Cloud-Services aber auch für Käufe in den Marktplätzen verwenden können.

Der Channel kann mitverdienen, sagt Alastair Edwards

Auf Cloud-Marktplätzen können Kunden, von KMU bis zu Grossunternehmen, theoretisch selbst Applikationen evaluieren und mit wenig Aufwand einkaufen, ohne dass die Vertriebspartner der Softwareanbieter involviert wären. Dies war auch die ursprüngliche Idee der Hyperscaler. Allerdings, so beruhigt Canalys-Chefanalyst Alastair Edwards in einem Blogbeitrag den Software-Channel: Zumindest bis anhin tun die Kunden dies nicht.
Viele Kunden würden immer noch über Verträge verhandeln, Rabatte erhalten und verschiedene Technologien integrieren wollen, so Edwards. Sie wenden sich zudem zunehmend Multi-Cloud-Umgebungen zu und wollen komplexere Technologien über die Marktplätze beziehen. Deshalb würden sie sich weiterhin an ihrer vertrauten Channelpartner wenden, die sie beraten und die via Marktplätze bezogenen Services managen, sichern, komplexe Bezugsverträge vereinfachen und andere Services bieten können.
Dies hätten schliesslich auch die Hyperscaler selbst erkannt. Sie seien deshalb gegenwärtig weltweit daran, Channel-Player als Partner zu rekrutieren und sie mit Wachstumschancen zu locken. Systemintegratoren und Service Provider ihrerseits würden ebenfalls zunehmend die Geschäftschancen, die ihnen das Marktplatz-Vertriebsmodell eröffnet, erkennen, und beispielsweise eigene Marktplätze innerhalb der Marktplätze der Cloudriesen kreieren. 

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