Cloud-"Superuserguppe" lässt die Muskeln spielen

26. November 2010, 08:43
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Internationale Grosskonzerne, darunter die UBS, wollen Infrastruktur-Anbietern die Interoperabilitäts-Manieren beibringen. Über 50 Milliarden Dollar IT-Budget sollen für den notwendigen Nachdruck sorgen.

Internationale Grosskonzerne, darunter die UBS, wollen Infrastruktur-Anbietern die Interoperabilitäts-Manieren beibringen. Über 50 Milliarden Dollar IT-Budget sollen für den notwendigen Nachdruck sorgen.
Die grossen Protagonisten unter den Cloud-Computing-Anbietern – und das sind mittlerweile fast alle grossen IT-Hersteller – brauchen oft und gerne Wörter wie "Offenheit" und "Interoperabilität" in ihren Verlautbarungen.
Eine ziemlich gewichtige Gruppe von potentiellen Kunden hat die Botschaft zwar wohl gehört, kann aber noch nicht den rechten Glauben daran aufbringen. Und hat deshalb vor einigen Wochen die "Open Data Center Alliance" gegründet, um der Sache nachzuhelfen. Das zentrale Anliegen der Allianz ist es, Anbieter von Cloud-Infrastrukturen und -Services zur Verwendung von wirklich offenen Standards zu verpflichten, um die Interoperabilität der Angebote zu garantieren und einen "Vendor-Lock-In", also ein dauerhaftes Anketten der Kunden an einen einzelnen Anbieter, zu verhindern.
Die Allianz setzt sich aus grossen Anwenderunternehmen sowie einigen IT-Dienstleistern zusammen. Letztere sind zwar selbst Anbieter von Cloud-Services, aber gleichzeitig auch grosse Käufer von Cloud-Infrastruktur. Die Allianz wird von einem Steuerungsausschuss geleitet, dem BMW, China Life, die Deutsche Bank, JPMorgan Chase, Lockheed Martin, Marriott International, die National Australia Bank, Shell, Terremark und Last but not least die UBS angehören. Unter den weiteren 60 Mitgliedern befinden sich unter anderem das CERN und Swisscom IT Services. Insgesamt repräsentieren die Mitglieder der Allianz, was ihre Verteter gerne öfter mal in Nebensätze einflechten, bereits jetzt über 50 Milliarden Dollar an jährlichem IT-Budget. Das dürfte für Anbieter schwer zu ignorieren sein, zumal die Allianz auf eine schnell steigende Mitgliederzahl hofft.
"Die Open Data Center Alliance soll die Zusammenarbeit fördern und eine Roadmap für Privatunternehmen und Behörden ausarbeiten, um die zukünftige Entwicklung von Cloud- und Rechenzentrumsinfrastrukturen und technische Anforderungen zu beeinflussen", erläutert der Lockheed–Martin-Vertreter und Präsident der Allianz Curt Aubley.
Die Open Data Center Alliance will ihre Vorstellungen in einer Hersteller-unabhängigen beziehungsweise "agnostischen" Roadmap vorlegen. Anfang November hat die Allianz eine Vorversion ("0,5") dieser Roadmap, in der vorerst 19 "Usage-Models", von "Unified Networking" bis zu "Cloud-Onboarding", definiert werden, erarbeitet. Die technischen Arbeitsgruppen der Allianz arbeiten nun daran, die Anforderungen für jeden dieser Anwendungsbereiche genau auszuarbeiten. Das Ziel ist es, später darauf basierend detaillierte technische Dokumentationen zusammenzustellen, an die sich Allianzmitglieder und IT-Anbieter als Richtlinie für Cloud-Projekte halten können. (Hans Jörg Maron)

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