Cobol lernen in der Migros

11. November 2009, 10:05
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Seit 25 Jahren gibt es Informatik-Kurse an der Migros-Klubschule.

Seit 25 Jahren gibt es Informatik-Kurse an der Migros-Klubschule.
Vor 25 Jahren war Informatik ein Thema, das die Massenmedien bewegte: 68 (!) JournalistInnen meldeten sich zur Pressekonferenz am 15. Mai 1984, an der Migros-Boss Pierre Arnold himself den Einstieg in die Informatik-Ausbildung verkündete.
Während heute wohl kein einziger Medienvertreter für die blosse Ankündigung eines neuen Informatik-Kursangebots an eine Pressekonferenz zu locken wäre, ist eines gleich geblieben: Der Nachwuchsmangel in der IT. "Auf diese Weise strebt die 'Informatikschule Schweiz' (so nannte Migros das neue Angebot) nach einem Ziel mit bildungspolitischer Relevanz: Sie will eine aktuelle Ausbildungslücke schliessen," heisst es in der Pressemitteilung vom 15. Mai 1984.
Skeptische Gesellschaft
Ganz anders - nämlich von teilweisem Misstrauen und Ablehnung geprägt - war aber die gesellschaftliche Grundstimmung gegenüber "dem Computer" am Arbeitsplatz. So schrieb die Migros denn auch: "Sie (die 'Informatikschule') will mithelfen, den Computer zu demistifizieren, damit er als das, was er tatsächlich ist - ein elektronisches Arbeitshilfsmittel - akzeptiert und sinnvoll eingesetzt werden kann."
Und während man sich heute manchmal wünschen würde, Kinder und Jugendliche wären etwas vorsichtiger im Umgang mit dem World-Wide-Web, galt es damals noch, Ängste abzubauen. So sagte der Leiter der 'Informatikschule Schweiz' an der Pressekonferenz, das Kursangebot sei darauf ausgerichtet, "Schwellenängste und Vorurteile abzubauen".
Cobol in 40 Stunden
Das Angebot der 'Informatikschule Schweiz' richtete sich einerseits an "Allgemeininteressierte und Berufstätige, die am Arbeitsplatz bereits mit dem Computer konfrontiert sind," andererseits bot die Migros aber auch eine regelrechte Informatik-Berufsausbildung an.
In "15 mit modernster Hardware ausgerüsteten Klassenzimmern" gab es Kurse für Kinder und Jugendliche, Kurse für Heimanwender und für "EDV-Einsatz". Doch das Hauptgewicht lag auf der Programmierung. Angeboten wurden Kurse in Basic, Pascal und Cobol, die man mit einem Zertifikat der Grundstufe abschliessen konnte. Weiterführende Kurse in Programmierung (in der höchsten Stufe wurde nur noch Cobol gelehrt), "Systemtechnik, Methodik und Standardisierung" (immer 80 Stunden), Mathematik, "Betriebswirtschaft und Organisation", "Systementwicklung, Programmablauf, Planung" und "EDV-Englisch" führten über eine interne Vorprüfung schlussendlich zur eidgenössischen Berufsprüfung Analytiker-Programmierer.
Die Migros war aber nicht der erste Anbieter, der ein Informatik-Kursangebot in der Schweiz aufzog. Mitbewerber Digicomp wurde bereits 1978 gegründet und bot schon vor dem Aufkommen der PCs Kurse mit Schwergewicht auf Mainframe- und Unix-Systeme an. (Christoph Hugenschmidt)
(Die Migros Klubschule ruft dazu auf, auf einer eigens eingerichteten Webseite lustige oder interessante Erlebnisse im Zusammenhang mit Informatik zu berichten.)
(Foto: (c) by Migros Klubschule)

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