Colocation-Kapazität der Schweizer RZs wächst stark

6. November 2020, 14:49
image

Laut einer Studie von ISG profitieren die Colocation-Anbieter auch von einer "Corona-Sonderkonjunktur".

Die anhaltend hohe Nachfrage nach IT-Lösungen für ortsunabhängiges Arbeiten sorge für stabiles Wachstum auf dem Markt für private und hybride Cloud-Dienste, schreibt die Information Services Group (ISG) in einer Mitteilung. Die neue Studie "Data Center Services & Solutions Report Switzerland 2020" des Marktforschers zeige insbesondere, dass der Bedarf an Colocation-Leistungen enorm zugenommen habe.
"In vielen Fällen entsprechen die unternehmenseigenen Rechenzentren nicht mehr den aktuellen Anforderungen oder sind schlichtweg zu klein geworden. Vor diesem Hintergrund sorgt die Bereitstellung von Colocation-Services für neue Wachstumsperspektiven", erklärt Heiko Henkes, Director & Principal Analyst bei ISG und Mit-Autor der Studie.

Neue RZs entstehen in Zürich, Bern, Basel und Genf

Colocation-Interessenten seien Anwenderunternehmen aller Grössenklassen, heisst es weiter. Hinzu kämen Service Provider, Integratoren und Hyperscaler sowie Carrier, die ihr Netzwerk in den Rechenzentren der Colocation-Anbieter installieren, um über sogenannte Meet-me-Rooms kurzfristig Direktverbindungen bereitzustellen.
Die Colocation-Anbieter hätten sich auf den Nachfrageanstieg erfolgreich eingestellt. Zahlreiche Provider hätten neue Rechenzentren gebaut oder würden zusätzliche Kapazität bis zum Jahresende 2020 bereitstellen. Aktuell bauten vor allem ausländische Anbieter wie Interxion und NTT, aber auch der Schweizer Provider Green Data Center. RZs entstünden dabei nicht nur in der Nähe des Austauschknotens SwissIX in Zürich, sondern auch in anderen grösseren Wirtschaftsräumen wie Bern, Genf und Basel.
image
Bewertung der RZ-Anbieter. Grafik: ISG
Insgesamt sei die Bandbreite der potenziellen Nachfrager in den vergangenen 12 Monaten deutlich grösser geworden. "Viele Schweizer Unternehmen haben die Vorteile der Datenverarbeitung in der Public Cloud durchaus schon erkannt", so Henkes. Eine Mehrzahl der Entscheider sei aber lange skeptisch gewesen, dass Daten ausser Landes gespeichert werden könnten. "Vor allem die beiden Hyperscaler Microsoft Azure und Google Cloud Platform sind diesen Bedenken inzwischen jedoch überzeugend entgegentreten, indem sie seit 2019 über eigene Rechenzentren in Zürich und Genf verfügen."
Auch AWS hat kürzlich angekündigt, in der Schweiz auf eigene RZs zu setzen. Henkes erwartet deshalb, dass nun mehr und mehr Colocation-Anbieter Partnerschaften mit den Hyperscalern eingehen werden, um attraktive Hybrid-Szenarien zu entwickeln.

Loading

Mehr zum Thema

image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

Atos lehnt Übernahmeangebot des Konkurrenten Onepoint ab

Der kriselnde Konzern sollte für seine Cybersecurity-Sparte 4,2 Milliarden Euro erhalten. "Nicht im Interesse der Stakeholder", sagt der Verwaltungsrat.

publiziert am 30.9.2022
image

Vor 39 Jahren: Word 1.0 für MS-DOS erscheint

Im September 1983 brachte das Hause Redmond seine Textverarbeitungs-Software für das Microsoft Disk Operating System, kurz MS-DOS, auf den Markt.

publiziert am 30.9.2022
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022