Comarch erstmals in Deutschland im Plus

11. März 2013, 15:02
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Eines der wichtigsten IT-Unternehmen Polens, das Krakauer Haus für Firmensoftware Comarch, treibt weiter seine Geschäfte voran und restrukturiert sich im Ausland erfolgreich.

Eines der wichtigsten IT-Unternehmen Polens, das Krakauer Haus für Firmensoftware Comarch, treibt weiter seine Geschäfte voran und restrukturiert sich im Ausland erfolgreich. Der Dienstleister des polnischen Informatikprofessors Janusz Filipiak hat im vergangenen Jahr seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,4 Prozent auf 909 Millionen Zloty (220 Millionen Euro) gesteigert. Beim strategisch wichtigen Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), das ein Viertel der Umsätze ausmacht, gab es erstmals einen kleinen Nettogewinn. Wie der Dienstleister am Montag erklärte, hatte er noch zwölf Monate zuvor in diesem Segment ein Minus von 14,9 Millionen Zloty (3,6 Millionen Euro) verbucht.
Die Polen sind gerade dabei, ihr Deutschland-Geschäft zu restrukturieren, das einen Grossteil der Erlöse im DACH-Segment ausmacht. Sie haben vor vier Jahren den börsenkotierten Münchner Entwickler SoftM übernommen, um im lukrativen deutschen Markt Fuss zu fassen.
Um die defizitäre deutsche Gesellschaft in die Gewinnzone zu führen, beschäftigen die Polen seit September 2011 den Restrukturierungsexperten Christoph Kurpinski, der früher einmal als COO für den Internetbezahldienst Click&Buy tätig war. In seiner Amtszeit haben sie Mitarbeitende entlassen und die Aktie des deutschen Unternehmens per Squeeze-out vom Kurszettel genommen. Nach Aussagen des Unternehmensgründers Janusz Filipiak vom Ende Januar gegenüber der polnischen Presse ist aber in zwei bis drei Jahren wieder die Emission einer Aktie in Frankfurt geplant, wenn der Umbau abgeschlossen ist.
Comarch gilt als eines der Aushängeschilder der Wirtschaft Polens. Das Unternehmen des Informatikprofessors Filipiak ist eines der wenigen gelungenen Spinoffs des Landes und beschäftigt aktuell weltweit in insgesamt 16 Ländern 3'500 Mitarbeitende. Und das, obwohl Polen nicht den Status eines Hochtechnologiestandortes mit sich bringt, sondern eher als Industriestandort gilt. Comarch hat dem französischen Erstligisten AS Nancy eine Fanlösung verkauft und war auch einmal als Sponsor für den Münchner Zweitligisten 1860 München aktiv. In der Schweiz bieten die Polen unter anderem Lösungen für das Dokumentenmanagement an. (sb)

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