ComCom-Chef Furrer: "Wahrscheinlich wird Orange Sunrise übernehmen"

5. Oktober 2009, 09:33
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Die Stärke von Platzhirsch Swisscom ist für Furrer "besorgniserregend". Zusammenschluss von Orange und Sunrise könnte für mehr Wettbewerb sorgen.

Die Stärke von Platzhirsch Swisscom ist für Furrer "besorgniserregend". Zusammenschluss von Orange und Sunrise könnte für mehr Wettbewerb sorgen.
Für ComCom-Chef Marc Furrer ist eine Übernahme von Sunrise durch den Mobilfunkkonkurrenten Orange absehbar. "Wahrscheinlich wird Orange Sunrise übernehmen", sagte er gegenüber 'cash.ch'. Das sei wohl nur eine Frage des Preises. Zwar glaubt auch Furrer nicht, dass dieser Schritt rasch vollzogen wird, trotzdem sei eine Veränderung im Schweizer Telekom-Markt dringend nötig, denn die Stärke von Swisscom sei besorgniserregend. "Wir haben im Schweizer Telekomsystem die unbefriedigende Situation, dass wir mit Swisscom einen Anbieter mit einem sehr grossen Marktanteil haben und mehrere mit einem kleinen."
Furrer wünscht sich einen härteren Wettbewerb wie etwa im Detailhandel zwischen Migros und Coop und spricht sich klar für eine enge Kooperation oder Fusion von Orange und Sunrise aus. Die beiden Alternativanbieter kämen so auf rund 40 Prozent Marktanteil, die restlichen 60 Prozent hält Platzhirsch Swisscom. Die mit einem Zusammschluss entstehenden rechtlichen Hürden würde Furrer gemeinsam mit der Wettbewerbskommission wohlwollend prüfen, so Furrer weiter gegenüber der Zeitung.
Ist nur noch ein Swisscom-Konkurrenz am Markt, müssten die Preise sinken, ist Furrer überzeugt. "Es dürfte nicht sein, dass der Herausforderer nur seine Marge optimiert und die Ersparnisse nicht zumindest zum Teil an die Kunden weitergibt." Die Klagen der Konsumentenorganisationen über die hohen Preise seien denn auch gerechtfertigt, denn tiefere Preise seien "bei unseren Mobiltarifen weiss Gott bitter nötig. Allerdings weist der Telekom-Regulator auch darauf hin, dass man keine europäischen Mobilfunktarife in der Schweiz erwarten könne. "Man kann nicht alles wollen: Zehn mal höhere Grenzwerte für tiefere Strahlen und gleich tiefe Preise wie in Holland, Frankreich oder Griechenland." (bt)

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