Comit und T-Systems teilen sich Auftrag der Ostschweizer KBs

7. Juli 2006, 10:09
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Thurgauer und St. Galler KB vergeben Auftrag für Avaloq-Betrieb. Kernsystem geht an Comit, Umsysteme an T-Systems.

Thurgauer und St. Galler KB vergeben Auftrag für Avaloq-Betrieb. Kernsystem geht an Comit, Umsysteme an T-Systems.
Die St. Galler (SGKB) und die Thurgauer Kantonalbank (TKB) haben sich für den Betrieb ihrer künftigen Informatik-Plattform für eine "Dual-Provider-Strategie" entschieden. Die Swisscom-Tochter Comit wird im ehemaligen AGI-Rechenzentrum das Core-Banking-System von Avaloq sowie als "primärer Partner" ausgewählte Umsysteme betreiben. Doch auch SCIS-Konkurrent T-Systems geht nicht leer aus: TKB und SGKB werden "die Mehrheit der Umsysteme" zu T-Systems auslagern. Namentlich ist das die Internet-Banking-Plattform, die T-Systems in ihrem neuen Churer Rechenzentrum betreiben wird sowie das Druckzentrum. Für den Massendruck und -Versand hat T-Systems bereits grosse Anlagen im Hauptsitz in Zollikofen.
Die Verträge laufen bis 2012. Als erste Bank soll die SGKB-Tocher Hyposwiss Anfang 2007 den Betrieb auf Avaloq aufnehmen, die SGKB will die Migration per Anfang, die TKB ab Mitte 2008 abgeschlossen haben.
SCIS und T-Systems in inniger Hassliebe vereint
Damit werden sich - wie schon beim SBB-Outsourcing-Deal - die beiden erbitterten Konkurrenten T-Systems und SCIS / Comit zwei Outsourcing-Kunden teilen und entsprechend zusammenarbeiten müssen.
Genau umgekehrt als beim SBB-Deal, als T-Systems einen Teil des Grossauftrags (Desktop-Services) an Swisscom IT Services verlor, geht nun ein Teil des Auftrags von AGI (Comit) neu zu T-Systems. Der Löwenanteil des Geschäfts, nämlich der Kernapplikation, bleibt allerdings in St. Gallen.
Offenbar gelingt es T-Systems, im Schweizer Bankenmarkt mit dem neuen Rechenzentrum in Chur Fuss zu fassen. In Chur betreibt T-Systems die Bankenplattform (Finnova) der Graubündner KB, die Gesamtbankenlösung (Avaloq) der Bank Linth und neu eben auch noch verschiedene Systeme für die beiden Ostschweizer Kantonalbanken. Damit lassen sich die für Outsourcer so wichtigen Skaleneffekte erzielen.
Trend zu Dual-Provider-Strategien
Über die Gründe, warum sich die beiden KBs für zwei veschiedene Dienstleister entschieden haben, wollte man seitens der St. Galler KB nicht näher Auskunft geben. Man liess lediglich verlauten, der Entscheid sei "strategisch".
Martin Schweikert von SCIS, glaubt einen Trend hin zu Lösungen mit mehreren Dienstleistern zu verspüren. Der Kunde schaffe es so, die Motiviation bei den Dienstleistern hoch zu halten. Wichtig sei für den Kunden auch, auf einen möglichst grossen Wissens-Pool und mehrere Meinungen (2nd opinion) zurückgreifen zu können. (Christoph Hugenschmidt)

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