Comparex-Affäre: (Ex-)Bison-Chefs kommen vor Gericht

28. Mai 2015, 09:51
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Gegen Rudolf Fehlmann und Oliver Schalch wird Anklage erhoben. Verfahren gegen vier weitere ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung von Comparex Schweiz noch nicht abgeschlossen.

Gegen Rudolf Fehlmann und Oliver Schalch wird Anklage erhoben. Verfahren gegen vier weitere ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung von Comparex Schweiz noch nicht abgeschlossen.
Über fünf Jahre nach den Vorfällen in Sursee rund um Comparex und Bison kommt es nun zur Anklage. Wie die Luzerner Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern mitteilt, werden zwei ehemalige Geschäftsführer Luzerner IT-Unternehmen beim Luzerner Kriminalgericht angeklagt. Die Staatsanwaltschaft des Kantons wirft den beiden vor, sie hätten 2010 dem IT-Dienstleister Comparex mit unlauteren Methoden Personal abgeworben.
Die beiden sind in der IT-Branche bestens bekannt: Rudolf Fehlmann, bis vor kurzem CEO von Bison, und Oliver Schalch, damals Chef von Comparex Schweiz und heute CEO von Bison IT Services. Schalch wollte sich zum laufenden Verfahren nicht äussern. Fehlmann konnte auf Anfrage von inside-channels.ch ebenfalls nicht Stellung nehmen, denn er habe die Anklage noch nicht gesehen. Für beide gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Fehlmann, Schalch und anderen Verantwortlichen wird vorgeworfen, dass sie 2010 zum Nachteil von Comparex Schweiz auf einen Schlag nahezu die gesamte Belegschaft mit unlauteren Methoden abgeworben hatten. Dies bedrohte die Firma akut in ihrer Existenz und hatte eine finanzielle Schädigung in Millionenhöhe zur Folge, teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern am Donnerstag mit.
So führte die Staatsanwaltschaft jahrelang gegen involvierte Personen Straftuntersuchungen durch. Und nun erhob sie gegen die ehemaligen Geschäftsführer Anklage beim Kriminalgericht des Kantons Luzern wegen ungetreuer Geschäftsführung, Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses und unlauteren Wettbewerbs.
Gegen drei Personen wurden die Strafuntersuchungen eingestellt. Diesen Personen konnte kein strafrechtlich relevantes Verhalten nachgewiesen werden, heisst es. Noch nicht ganz abgeschlossen seien die Verfahren gegen vier weitere ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung von Comparex.
"Überfall" von Bison
Comparex kam im Frühjahr 2010 in die Schlagzeilen, nachdem fast die gesamte Belegschaft gekündigt und Verträge bei Bison Schweiz unterschrieben hatte. Nach Ansicht von Comparex war der "Überfall" der Minderheitsaktionärin Bison unlauter und geschäftsschädigend. Comparex seien Kosten in hohem zweistelligen Millionenbereich entstanden. Unter anderen wechselte einer der wichtigsten Comparex-Kunden, das Agrarunternehmen Fenaco, zu Bison.
Fenaco hat mittlerweile Bison ganz übernommen. Bison IT Services unter der Leitung von Schalch gehört hingegen nach wie vor zu 100 Prozent der Firma Progress Solutions des Simultan-Gründers Peter Pfister. (Maurizio Minetti)

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