Comparis wehrt sich gegen Hacking-Vorwürfe

31. August 2012, 09:26
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Vor einem Jahr hat das Bundesamt für Informatik einen erfolglosen Hackerangriff auf eine Website des BAG registriert. Der fehlbare Mitarbeiter von Comparis ist nun entlassen worden.

Vor einem Jahr hat das Bundesamt für Informatik einen erfolglosen Hackerangriff auf eine Website des BAG registriert. Der fehlbare Mitarbeiter von Comparis ist nun entlassen worden.
Der Online-Vergleichsdienst Comparis sieht sich seit gestern mit Hacking-Vorwürfen konfrontiert. Die Westschweizer Wochenzeitung 'L'Hebdo' hatte berichtet, dass Comparis versucht haben soll, eine Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu hacken. Bei den Vorwürfen geht es um die Beschaffung der Krankenkassenprämien vor rund einem Jahr.
In einer ersten Stellungnahme hatte Comparis sich noch vehement dagegen gewehrt und betont, dass man lediglich die legale Methode Crawling angewendet habe, um die öffentlich zugänglichen Daten auf www.priminfo.ch abzufragen. Die Vorwürfe seien haltlos und man sei im Vorfeld der Publikation des Artikels in der 'L'Hebdo' nicht damit konfrontiert worden. Die Publikation sei richterlich untersagt worden, weshalb man jetzt weitere rechtliche Schritte gegen die Wochenzeitung prüfe, so Comparis. Die Zeitung liess derweil verlauten, man habe die Publikation nicht mehr verhindern können, da die Verfügung zu spät kam, wie die 'NZZ' berichtet.
Mitarbeiter freigestellt
Am Abend krebste Comparis allerdings in einer zweiten Stellungnahme teilweise zurück. Im Verlauf des Nachmittags habe ein Mitarbeiter von Comparis zugegeben, für die Vorwürfe verantwortlich zu sein. Er wurde per sofort freigestellt. Der Mitarbeiter hatte demnach tatsächlich am 28. September 2011 versucht, die Sicherheitsvorkehrungen der Website des BAG "zu prüfen", wie sich Comparis ausdrückt. Laut 'NZZ' handelte es sich um die Methode der SQL-Abfragen.
Der Mitarbeiter habe dies, wie Comparis schreibt, aus rein persönlichem Interesse getan, allerdings während der Arbeitszeit und an seinem Arbeitsplatz. Der Mitarbeiter sei jedoch "in keiner Weise in die Abfrage der Krankenkassenprämien involviert", schreibt Comparis. Das Unternehmen betont, dass man "in keiner Weise versucht hat, auf unerlaubte Weise die Krankenkassenprämien zu beziehen".
Mittlerweile hat Comparis die Strafanzeige gegen 'L'Hebdo' zurückgezogen, wie Felix Schneuwly von Comparis heute gegenüber der Nachrichtenagentur 'sda' sagte. (mim)

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