Computer machen aggressiv (und blind)

17. November 2004, 16:44
  • politik & wirtschaft
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Häusliche Gewalt im Büro: Computeranwender beschimpfen und hauen ihre PCs. Diese schlagen zurück und verursachen Augenschäden.

Dass Anwender ihre Computer vermenschlichen, ist eine Binsenwahrheit. Die deutsche Soziologin Marleen Brinks zeigt, dass damit auch Aggressionen gegen das unbelebte Objekt verbunden sind. Brinks hat 340 Menschen befragt, die mindestens 30 Stunden pro Woche am Computer arbeiten. Die wichtigsten Ergebnisse: Zwei Drittel haben ihren Computer schon einmal laut beschimpft, über dreissig Prozent haben zumindest die Maus geschlagen und immerhin 1,5 Prozent sogar schon mal ihren Monitor vom Tisch geschubst. Die volle, 178-seitige Studie finden Interessierte hier.
Besonders aggressiv werden die Anwender, wenn der PC sie "behindert" – die Benutzerfreundlichkeit der PCs ist offensichtlich noch nicht so hoch, wie sie sein könnte.
Vielleicht sogar in mehr als der offensichtlichen Beziehung, wie der "Register" berichtet: Wie ein japanisches Team von Wissenschaftlern glaube, können Computer bei längerem Gebrauch zu Sehstörungen führen und sogar den grünen Star verursachen (Bild: Der Schreiber dieses Artikels nachdem er das gelesen hat). Die Forscher haben bei 522 von 10'000 untersuchten Angestellten von japanischen Unternehmen Sehstörungen finden und dabei einen statistischen Zusammenhang mit der Dauer des Computergebrauchs feststellen können. Dabei scheinen besonders Leute, die bereits kurz- oder fernsichtig sind, gefährdet.
Noch beunruhigender: Bei 165 Probanden konstatierten die Japaner erste Anzeichen des grünen Stars, einer Krankheit die in schlimmen Fällen Blindheit verursachen kann. Auch hier wieder scheinen kurzsichtige Menschen besonders anfällig. (Hans Jörg Maron)

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