Computerhersteller kratzen an der Petaflop-Grenze

26. Juni 2007, 13:00
  • rechenzentrum
  • ibm
image

Künftiger IBM-Supercomputer in Jülich schafft 220 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Sun kündet neuen Supercomputer "Constellation" an.

Künftiger IBM-Supercomputer in Jülich schafft 220 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Sun kündet neuen Supercomputer "Constellation" an.
Anwendungen wie Wettervoraussagen, Materialwissenschaft oder Pharmaforschung brauchen Rechenleistung ohne Ende. Entsprechend ist der Markt für Supercomputer zwar klein aber lukrativ und vor allem prestigereich. An der International Supercomputing Conference in Dresden, die morgen beginnt, künden die Hersteller der Grosssysteme entsprechend ihre neuesten Errungschaften an.
So hat das Forschungszentrum Jülich gestern einen neuen "Blue Gene/P" bestellt. Mit "Blue Gene/P" bezeichnet IBM die nächste Generation der Supercomputer, die ab Herbst bei den Kunden installiert werden soll. Im künftig schnellsten Computer Europas werden etwa 65'000 Prozessoren rechnen. Verpackt wird die rohe Rechenkraft in 16 ungefähr telefonzellen-grossen Schränken. Der Supercomputer wird etwa 220 Teraflops, 220 Billionen Rechenoperationen pro Sekunden, schaffen.
Heute wäre der neue Jülicher Rechner der zweitschnellste Computer der Welt. Bis er in Betrieb geht, soll er immer noch der drittschnellste sein. Die leistungsfähigste "Rechenmaschine" weltweit steht zur Zeit im Lawrence Livermore National Laboratory der University of California. Der Supercomputer läuft unter der Bezeichnung "Blue Gene/L" und stammt ebenfalls von IBM.
Die grössten Versionen des "Blue Gene/P" sollen künftig die "Petaflop"-Grenze der Leistungsfähigkeit überschreiten. In einem Chip des Rechners sind vier 850 MHz PowerPC-CPUs von IBM gepackt. Theoretisch können in einen solchen Supercomputer maximal 884'736 Prozessoren in 216 Racks gepackt werden.
48 Blades à sechs TeraFlops in einem Rack
Auch Sun Microsystems will wieder mehr im Markt für Hochleistungsrechner mitmischen. So kündet der US Unix-Spezialist ein Systems namens "Constellation" an, mit dem eine theoretische Rechenleistung von bis zu 500 TeraFlops erreicht werden soll. Das besondere an Constellation sind sehr dicht gepackte "Blades", die über "InfiniBand" Switches mit bis zu 3456 Ports verbunden werden sollen. Ein Rack (Normgestell) des "Constellation" wird bis zu 48 solcher "Blades" enthalten. Gemäss dem Hersteller hatten die grössten bisher eingesetzten Switches maximal 288 Ports. Die Konstruktion des "Constellation" wird gemäss Sun den Energiekonsum des Systems um bis zu 75 Prozent senken.
Der erste der neuen Grösstcomputer des IBM-Konkurrenten wird im Texas Advanced Computing Center der Uni Austin eingesetzt. Als Betriebssystem für die Supercomputer wird OpenSolaris, die Open-Source-Version des Sun-eigenen Unix, oder Linux eingesetzt. (Christoph Hugenschmidt)
(Foto: (c) by Forschungszentrum Jülich. So sieht der Blue Gene/L Hochleistungscomputer aus.)
(Interessenbindung: Sun Microsystems ist unser Hardwarelieferant und ein Werbekunde unseres Verlags.)

Loading

Mehr zum Thema

image

RZ-Ausfälle kosten schnell mal mehr als 1 Million Dollar

Eine internationale Studie zeigt, dass die Betreiber auch im nachhaltigen Umgang mit Strom und Wasser noch Verbesserungs­potenzial aufweisen.

publiziert am 22.9.2022
image

2023 zieht Helvetia den eigenen RZs den Stecker

Helvetia will komplett in die Cloud. Wir haben mit CTO Achim Baumstark, Cloud-Leiter Raphael Graber und Michael Hanisch von AWS über die Migration gesprochen.

publiziert am 15.9.2022
image

Swissbit entwickelt jetzt auch SSDs für Rechenzentren

Der Schweizer Speicherhersteller spannt mit dem US-Unternehmen Burlywood zusammen und will in den RZ-Bereich vorstossen.

publiziert am 15.9.2022
image

Equinix hat wieder ausgebaut

Das ZH4 von Equinix hat weitere 850 Quadratmeter Fläche erhalten.

publiziert am 15.9.2022