Coop hat Siroop-Verluste von fast 140 Millionen Franken zu tragen

19. Juni 2018, 15:49
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Der 2015 gemeinsam von Swisscom und Coop gestartete Online-Marktplatz Siroop. Dort verweist man auf beim Handelsregister Basel-Stadt hinterlegte Unterlagen, die allein für 2017 einen Jahresverlust von gut 55 Millionen Franken zeigen. Noch grösser soll der anteilige Verlust im laufenden Jahr gewesen sein.
Siroop habe in den ersten vier Monaten 2018 mit 1,7 Millionen Franken zwar fast gleich viel Betriebsertrag wie im ganzen Jahr 2017 erzielt. Mit 27 Millionen habe jedoch auch der anteilige Reinverlust deutlich über dem Vorjahreswert gelegen. Grund dafür seien "Abschreiber auf immateriellen Werten gewesen, die mit der Einstellung von Siroop wertlos wurden", heisst es in dem Bericht weiter.
Insgesamt weise die beim Handelsregister deponierte Bilanz per Ende April 2018 für Siroop rund 140 Millionen Franken Verlust aus. Mit der Fusion Microspot-Siroop fusioniere Coop einen grossen Verlust in die Genossenschaft. Denn dem verbleibenden Eigenkapital von 10,4 Millionen Franken stünden auf der Passivseite 138,4 Millionen Franken gegenüber, heisst es weiter. Von Coop wurden diese Geschäftszahlen jedoch nicht kommentiert. Eine entsprechende Anfrage von inside-channels.ch wurde bis Redaktionsschluss nicht beantwortet.
Der Detailhandelsriese lieferte der 'Handelszeitung' dagegen erstmals Zahlen zum letztjährigen Umsatz. Demnach lag der Aussenumsatz von Siroop 2017 bei 62,5 Millionen Franken. Setze man diese Zahl in Bezug zum Betriebsertrag, so hätten die von Siroop gezahlten Händlerkommissionen sehr viel tiefer gelegen, als die von der Branche angenommenen acht Prozent.
Das Wirtschaftsblatt detailliert, dass 2017 den Nettoerlösen aus dem Handelsgeschäft von knapp zwei Millionen Franken Kosten für Löhne von knapp 19 Millionen Franken gegenüberstanden sowie für Werbung von gut 21 Millionen Franken. Laut nicht namentlich genannten Experten habe das E-Commerce-Startup trotz grosser Werbeanstrengungen keine grosse Wirkung entfalten können. Auch "wenn im ersten Trimester 2018 Fortschritte erkennbar gewesen seien, erstaune es unter diesen Umständen nicht, dass Coop so schnell den Stecker gezogen habe", schreibt das Blatt. Siroop sei ein E-Fass ohne Boden gewesen.
Nun rechne Coop offenbar damit, Siroop könne in den verbleibenden Monaten bis Ende 2018 nur noch mit hohen Rabatten geschäften. Auf den Warenbeständen per Ende April im Wert von 5,3 Millionen Franken habe Coop bereits Wertberichtigungen von zwei Millionen Franken vorgenommen. Mit Berufung auf die Wirtschaftsprüfer von PWC heisst es, man könne die Vorräte nur mit Rabatten von 15 und 50 Prozent auf den Einkaufspreis verkaufen. (vri)

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