Core-Banking-Gau in England: IBM soll die Bank-IT retten

26. April 2018, 15:26
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Seit sechs Tagen (!) versucht die britische TSB-Bank, die Migration auf ein neues Kernbanken-System in den Griff zu kriegen.

Seit sechs Tagen (!) versucht die britische TSB-Bank, die Migration auf ein neues Kernbanken-System in den Griff zu kriegen. Mit überschaubarem Erfolg, so melden britische Medien und erbitterte Kunden via Twitter.
Seit gestern können manche TSB-Kunden wieder online Zahlungen tätigen und Kontostände einsehen, laut der Bank soll es die Hälfte der fünf Millionen Kunden sein, aber keineswegs alle. Die Mobile App soll zu 90 Prozent laufen.
Aber heute wurde den Verantwortlichen klar, die Probleme sind vielleicht noch tagelang nicht gelöst. Laut 'The Guardian' sagte Jaime Guardiola, CEO der TSB-Besitzer Sabadell, zu Analysten: "Die Behebung des Problems dauerte länger als erwartet und wir konnten den Zugang erst am Mittwoch wieder öffnen. Ich erwarte, dass wir nächste Woche einen Status erreichen werden, welcher der Normalität sehr nahe kommt."
Um den neuen Termin zu halten, sucht die Bank nun nach neuen Lösungswegen und holt IBM-Leute in der Rolle als Systemintegratoren an Bord. Dies meldet 'The Register'. Sie sollen Performance-Probleme mit dem neuen Proteo4UK heissende Core-Banking-System identifizieren und lösen helfen.
Die IBMler arbeiten von Bristol und London aus und rapportieren direkt an den TSB-CEO.
Die Migration von laut britischen Medien europaweit rekordverdächtigen fünf Millionen Kunden und 1,3 Milliarden Datensätzen ist bis heute nicht geglückt. Das E-Banking funktionierte seit letzten Freitag nicht, die Banking-Apps nicht und Kontostände wurden falsch angezeigt.
In diesen sechs Tagen hatten bis zu 1,9 Millionen E-Banking-Kunden keinen Kontozugang. Zudem wurde bekannt, dass 402 TSB-Kunden während mindestens 20 Minuten Bankdaten einsehen konnte, die sie nicht hätten sehen dürfen. Wer aber was genau hätte sehen können oder auch sah, ist offen. Die Bank sagt, dass es in "jedem dieser Fälle" miteinander verbundene Konten waren, "bei denen der Zugang für Dritte, typischerweise Familienmitglieder, gewährt wurde". Es seien keine persönlichen Kundeninformationen weitergegeben worden.
Eigentlich sollte der Core-Banking-Systemwechsel am 22. April, 18 Uhr, abgeschlossen sein. (mag)

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