Core-Banking-Transformation bei Postfinance nimmt weitere Hürde

7. Juni 2016, 15:13
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Die ersten Umsetzungen bei der Weiterentwicklung des Personendatensystem werden als Zwischenerfolg gefeiert.

Die ersten Umsetzungen bei der Weiterentwicklung des Personendatensystem werden als Zwischenerfolg gefeiert.
Die Softwareschmiede Adesso Schweiz hat heute mitgeteilt, seit einigen Monaten an der Weiterentwicklung der neuen Version des Personaldatensystems (PEDA-S) der Postfinance beteiligt zu sein. Es handele sich um eines der grössten Teilprojekte im Rahmen der "Core Banking Transformation" (CBT), der Einführung des neuen Kernbanken-Systems, sagt Adesso-Chef Hansjörg Süess zu inside-it.ch. Über die Hälfte der vom IT-Dienstleister Adesso verantworteten Weiterentwicklung sei abgeschlossen, so Süess weiter. Man sei voll im Zeitplan und Postfinance werde mit dem komplett neuen PEDA-S fristgerecht ab Ende 2017 arbeiten können.
Auffällig ist, dass mit dieser Information einmal mehr unterstrichen wird, dass das 2013 gestarteten CBT-Grossprojekt ohne grössere Verzögerungen vorankomme. Entsprechenden Spekulationen musste Postfinance bereits Mitte März 2016 entgegengetreten, die bis Ende 2017 durch die Kernbanken-Lösung "TCS BaNCS" des indischen IT-Riesen Tata Consultancy Services (TCS) ersetzt sein soll.
Rechtevergabe, Vertragsführung, Produktekatalog
Laut Postfinance-Pressesprecher Reto Kormann geht es in dem von Adesso betreuten Teilprojekt PEDA-S um die Weiterentwicklung des schon seit 2008 laufenden zentrale Personen- und Kundendatensystems. Dahinter, so Kormann weiter, "steht das Produkt Infosphere Master Data Management von IBM". Es handle sich hier aber nicht um ein neu zum CBT hinzugekommenes Projekt. Vielmehr sei die PEDA-S-Weiterentwicklung im Rahmen der CBT von Beginn weg geplant gewesen. Weil intern keine ausreichenden Ressourcen dafür verfügbar "waren und sind", sei nach sorgfältiger Evaluation Adesso als externer Partner zum Zuge gekommen. Wobei Adesso laut Süess bereits seit 2008 an der Weiterentwicklung des alten PEDA-S gearbeitet hat. Auf jeden Fall seien - abgesehen von den ohnehin im CBT-Projekt budgetierten Kosten - keine zusätzlichen Kosten angefallen, wie Kormann betont.
Als neue Funktionen von PEDA-S werden Erweiterungen wie ein umfangreiches und komplexes Adressmodell und neue Funktionen zur Verwaltung von Berechtigungen und Vollmachten genannt. Laut Postfinance geht es unter anderem um die vollständige Abbildung sämtlicher Verträge und Produkte, die postalische und elektronische Adressführung, die physische sowie elektronische Rechtevergabe und die sogenannten Prüfungen nach KAWP (Kundenannahme- und Weiterführungspolitik). Die Experten von Adesso nehmen nach eigenen Angaben aber auch Verbesserungen am bestehenden Code und der System-Architektur vor. Am Ende des Projekts werde das neue PEDA-S "aller Voraussicht nach mehr als den doppelten Funktionsumfang als bislang aufweisen", so Adesso. (vri)

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