Corona-Krise: Markterholung (noch) nicht in Sicht

18. Juni 2020, 14:56
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Mit den positiven Entwicklungsprognosen des neusten Swico ICT Index signalisiert die Schweizer ICT-Branche zum zweiten Mal seit dem Lockdown vorsichtigen Optimismus.

Nach einem weiteren Monat Corona-Krise verströmt die hiesige ICT-Branche zumindest in Teilen wieder etwas Zuversicht. Das legen jedenfalls die Zahlen des jüngsten Swico ICT Index nahe, der aktuell monatlich erscheint. Demnach bleibt die IT-Wirtschaft zwar in allen Teilbranchen unterhalb der Wachstumsgrenze, die im Index mit 100 Punkten angegeben ist. Doch in Teilen wie den Sparten IT-Services, die sich um 11.8 Punkte auf 95.2 Punkten verbesserte, sowie im Software- (85.3 Punkte / + 6.9) und Consulting-Segment (83.7 Punkte / + 6.6) scheint sich wieder so etwas wie Optimismus zu regen. Allerdings sehen sich sowohl das Software- wie das Consulting-Business "nach wie vor mit Schwierigkeiten in der Kundenakquise konfrontiert", heisst es zu den Resultaten.
Die grössten Schritte in Richtung Wachstumsgrenze machten demnach die Teilbranchen "Consumer Electronics" (75 Punkte / + 30.3) und "Imaging, Printing, Finishing" (61.1 Punkte / + 22.3).
Die schlechtesten Aussichten wurden auch im Juni wieder im Branchensegment IT-Technology (64.1 Punkte / + 3.3) verzeichnet. Hier werde "für die nächsten drei Monate weiterhin eine deutliche Abnahme beim Auftragseingang, dem Umsatz und der Bruttomarge" erwartet, so der Swico. 
Hört man sich derzeit in der Branche um, was inside-channels.ch aktuell im Rahmen des "Digital Channels Forum" macht, erfährt man von zahlreichen Verunsicherungen im Markt. Es verwundert daher nicht, wenn auch der Swico als Gründe dafür die "erschwerte Kundenakquise, Projektverzögerungen und -stopps und die nach wie vor herrschende geringere Nachfrage" angibt.
Dass das Gesamtresultat des Index mit 83.5 Punkten nun um 7.3 Punkte über dem Vormonat liegt, ist also kaum mehr als ein vorsichtiger Optimismus. Laut dem Swico kann zwar "von einer Markterholung noch nicht gesprochen werden, aber die Talsohle scheint durchschritten".
Laut Swico-Chefin Judith Bellaiche steht die Branche weiterhin vor grossen Herausforderungen, weil überall die Wachstumsgrenze noch nicht erreicht sei. Wichtig sei jetzt, "dass es erste Teilsegmente möglichst rasch wieder in die Wachstumszone schaffen und so wichtige Impulse in die gesamte ICT-Szene senden können".
Bekanntlich werden für den Index Prognosen ermittelt und dazu Branchenvertreter nach ihren Erwartungen unter anderem für die Auftragslage, Umsatzentwicklung und Rentabilität befragt. So lag der Index im Januar 2020 noch bei 117,6 Punkten (der vierthöchste Wert seit dem erstmaligen Erscheinen 2009), stürzte im April dann wegen der Corona-Krise auf 66,2 Punkte brutal ab. Den ersten Schockreaktionen folgte im Mai mit 76,2 Punkten ein erstes leichtes Aufatmen.

Digital Channels Forum

Das "Digital Channels Forum" von inside-channels.ch widmet sich während vier Wochen und bis zum 3.7. in Artikeln und Podcasts den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Schweizer ICT-Branche. Wie die Softwarebranche auf 2021 blickt, lesen Sie hier

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