Corona stärkt die Rolle der CIOs

18. November 2020, 14:37
image

Fast drei Viertel der europäischen IT-Chefs erklären gemäss einer Gartner-Umfrage, dass sie im Unternehmen mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Gartner führt jährlich die weltweit grösste CIO-Umfrage durch. Die "2021 CIO Agenda" kommt zum Schluss, dass viele CIOs bei der Rettung ihres Unternehmens während der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle spielten.
71% der befragten IT-Entscheider in Europa sagten, dass sie aufgrund ihrer Rolle bei der Unterstützung ihrer Unternehmen bei der Bewältigung von Covid-19 nun mehr Aufmerksamkeit von Seiten der Unternehmen erhalten. Weltweit erklärten 80%, dass sie ihren CEO und die Stakeholder über den Wert der IT aufklären und diese darin schulen konnten.
Im letzten Jahr hatten noch 33% der befragten Vorstandsmitglieder erklärt, keine enge Beziehung zu ihren CIOs zu pflegen. Nun ist dieser Wert auf 16% gesunken, 84% sehen den CIO als Partner und Verbündeten. "In der Corona-Krise hat die IT ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und ihre Reputation im Unternehmen stark verbessert", sagt Andy Rowsell-Jones, Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner.
image
Grafik: Gartner
Die IT-Chefs würden die neu gewonnene Aufmerksamkeit für IT-Themen nutzen, um 2021 noch mehr technologiegetriebene Veränderungen voranzutreiben. Gartner erwartet deshalb, dass die Technologiebudgets im nächsten Jahr steigen werden. Die europäischen IT-Ausgaben würden 2021 voraussichtlich 1,075 Billionen Dollar betragen, was einem Anstieg von 2,8% gegenüber 2020 entspricht, verglichen mit einem weltweiten durchschnittlichen Anstieg von 2%.
60% der CIOs investieren in Cybersecurity, 58% in Business Intelligence und Analytics. Cloud (53%) und Automatisierung (44%) sind weitere Schlüsselbereiche. Bei der IT-Infrastruktur planen die CIOs zunehmend in Container-Techniken und die Plattform Kubernetes zu investieren.

Business-Kenntnisse werden für CIOs wichtiger

In der Corona-Krise sind viele CIOs nach eigenen Angaben verstärkt dazu übergegangen, den Nutzen der IT zu messen und auch zu kommunizieren. Um Fachabteilungen besser beraten zu können, hätten sie zudem ihre Business-Kenntnisse ausgebaut. Gartner erklärt, dass diese Verschiebung schon seit einiger Zeit stattfindet, aber mit Covid-19 beschleunigt würde. Unternehmen würden bereits "Fusionsteams" einsetzen, in denen Business- und IT-Mitarbeiter zusammenarbeiten und an Business Key Performance Indikatoren (KPIs) gemessen werden.
Mehr denn je werde es deshalb 2021 darauf ankommen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und "Ballast abzuwerfen", erklärt Rowsell-Jones. CIOs müssten stärker priorisieren: Wertschaffende Aktivitäten sollten ausgebaut, unverzichtbare Aufgaben rationalisiert und alles andere auf die Streichliste gesetzt werden.
Für die "2021 CIO Agenda" wurden 1877 CIOs in 47 Ländern befragt, deren Unternehmen insgesamt 85 Milliarden US-Dollar für IT ausgeben.

Loading

Mehr zum Thema

image

Brand Indicator Schweiz: Junge stehen auf Tech-Marken

In einem Ranking der beliebtesten Marken in der Schweiz sind 4 der in der Top 10 Tech-Brands. Bei den Jungen finden insbesondere amerikanische Tech-Marken Gefallen.

publiziert am 31.1.2023
image

US-Flugchaos: Flugaufsicht ändert Umgang mit IT

Nach der Computerpanne im US-amerikanischen Flugverkehr nimmt die Flugaufsichtsbehörde FAA nun Änderungen an der Datenbank vor.

publiziert am 31.1.2023
image

Wo steht die Schweiz bei der Digitalisierung?

Das Bundesamt für Statistik hat eine Reihe von Indikatoren gebüschelt. Eine klare Antwort geben sie nicht.

publiziert am 31.1.2023
image

Die Chipindustrie ist im freien Fall

Nach Jahren des Booms zeichnet sich eine Krise für den Halbleiter-Markt ab. Laut Analysten könnte die Branche historische Negativwerte erreichen.

publiziert am 30.1.2023