Coronakrise lässt Startup-Finanzierungen versiegen

21. April 2020, 15:24
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Für viele Startups könnte dies eine existenzielle Gefahr darstellen, sagt EY. Aber Digitalisierungs-Startups könnten profitieren.

Neue Zahlen zur Menge und Grösse von Startup-Finanzierungsunternehmen aus diesem Jahr kann das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY noch nicht präsentieren. Aber Roger Krapf, Partner bei EY sowie Verantwortlicher der Startup Initiative von EY in der Schweiz, ist sich bereits sicher, dass es ein sehr schwieriges Jahr für Startups werden wird. "Die Coronavirus-Pandemie wird nicht nur zu deutlich sinkenden Investitionen führen, bei vielen Unternehmen sind zudem massive Umsatzausfälle zu erwarten. Diese Pandemie hat sich innerhalb von kurzer Zeit zu einer existenziellen Herausforderung für Startup-Firmen in Europa und weltweit entwickelt", so Krapf.
Letztes Jahr ist zwar laut EY viel Geld in europäische Startups geflossen. In der Schweiz erhielten sie in 329 einzelnen Deals insgesamt 1,5 Milliarden Franken Risikokapital, rund 200 Millionen mehr als im Jahr davor. Aber, während einzelne Unternehmen grosse Beträge erhielten, sind die Finanzierungen für eine Mehrheit eher bescheiden. "Dies bedeutet, dass die Mehrzahl der Startups nur für einige Monate durchfinanziert ist und danach frisches Geld benötigt", sagt dazu Krapf.

Hoffen auf den Staat

Für viele Startups könnte also schnell das Aus kommen, wenn niemand mehr investiert. Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer. Roger Krapf: "Die Hoffnungen der Branche ruhen nun nicht nur auf Investoren, sondern auch auf den Schutzschirmen, welche einige Länder bereits angekündigt haben. Denn für vielversprechende Unternehmen wird es durchaus noch Zwischenfinanzierungen geben – grosse Neuinvestitionen werden wir aber deutlich seltener sehen als 2019."
Grossbritannien hat am Wochenende 1,6 Milliarden Pfund für die Rettung britischer Startups reserviert. In der Schweiz haben gemäss 'Moneytoday' die Kantone Bern, Zug und Zürich bereits Mitte März Corona-Massnahmenpakete beschlossen, welche auch Hilfe für Startups einschliessen. Der Bund lässt gegenwärtig das Finanzdepartement verschiedene Varianten für Startup-Unterstützung prüfen. Der Bundesrat will seine diesbezügliche Entscheidung Ende April bekannt geben
EY glaubt, dass es auch Jungunternehmen in bestimmten Branchen geben wird, die von der Krise profitieren. Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner EY Schweiz erklärt dazu: "Digital Health im weitesten Sinne wird boomen, hier wird und muss sich jetzt die Entwicklung eindeutig beschleunigen. Die Segmente Biotech und Medtech werden ebenfalls profitieren. Die Bereiche Logistik, Food, Online-Handel, Online-Learning, Online-Kommunikation und Software-as-a-Service-Modelle könnten mittelfristig ebenfalls einen Aufschwung erleben. Schwieriger wird es aus unserer Sicht hingegen für Startups insbesondere aus den Bereichen Travel, Mobility und Events".

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