Coronavirus: BIT, KAIO und OIZ "beobachten Situation"

3. März 2020, 15:47
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Das Coronavirus tangiert auch die Stellen, die für die behördliche IT zuständig sind. Sie erwarten Lieferengpässe und stehen im Austausch mit Lieferanten.

Auch die Schweizer IT-Szene ist von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Etwa haben hiesige Online-Händler über Nachschubprobleme oder mögliche Preiserhöhungen informiert und es wurden verschiedene Veranstaltungen für IT-Anbieter und -Anwender abgesagt. Wir wollten wissen, ob die Störungen der Lieferketten auch die behördlichen Informatikstellen betreffen.
Das Bundesamt für Informatik (BIT) erbringt IT- und Kommunikationsdienstleistungen für die Bundesverwaltung. Im BIT zeichne sich bereits heute teilweise ab, dass gewisse Hardware weniger gut oder nicht mehr lieferbar sei, schreibt Sonja Uhlmann-Haenni, Leiterin Direktionsstab und Mediensprecherin BIT, auf unsere Anfrage. Betroffen seien beispielsweise gewisse Smartphones oder Monitore. In Anbetracht der durch den Bundesrat definierten besonderen Lage bereite sich das BIT im Rahmen seines Business Continuity Managements vor, sei in engem Austausch mit den Lieferanten und prüfe wo nötig Alternativszenarien, fügt Uhlmann-Haenni an.
Für Organisation und Informatik der Stadt Zürich (OIZ) seien die Auswirkungen des Coronavirus "auf jeden Fall ein Thema, ein Problem noch nicht", wie Kommunikationsleiter Martin Otzenberger schreibt. "Mittelfristig rechnen wir mit Lieferengpässen, aktuell sind vereinzelt Lieferterminbestätigungen nicht erhältlich." Auch liessen sich gegenwärtig Preiserhöhungen nicht ganz ausschliessen, obwohl in den Verträgen Preise in der Regel fixiert seien. Auch das OIZ plane längere Lieferzeiten ein und überprüfe entsprechend die Bestellzeitpunkte.
Grösstes Risiko für das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (KAIO) sei zurzeit der mögliche Ausfall des Fachpersonals, das für den Betrieb, die Wartung und den Support der Leistungen zuständig sei, schreibt Thomas Fischer, Leiter Stab und Recht beim KAIO. Man habe aber erste Anzeichen festgestellt, dass die Epidemie Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von ICT-Hardware wie Server oder Endgeräte habe. "Unsere ICT-Beschaffungen erfolgen in der Regel im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung, mit der die Leistungen und Preise für einen Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt werden", so Fischer. Daher würden sich Ereignisse wie die Coronavirusepidemie nicht direkt in den Beschaffungspreisen niederschlagen. Dennoch beobachte man zusammen mit den Lieferanten die Situation und halte sich bereit, Massnahmen gegen allfällige Leistungs- oder Lieferstörungen zu ergreifen.

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