Coronavirus: Digitec Galaxus meldet erste Lieferengpässe

25. Februar 2020, 13:10
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Die Auswirkungen der Epidemie treffen den ersten Schweizer Online-Händler. Wir haben bei weiteren Online-Händlern nachgefragt.

Der Schweizer Online-Händler Digitec Galaxus teilt mit, dass es aufgrund des Coronavirus zu Lieferengpässen und Preiserhöhungen kommt. Betroffen sind unter anderem Apple-Smartphones. Man verkaufe noch die iPhones, die man auf Lager habe, schreibt Mediensprecher Alex Hämmerli in einem Blogbeitrag. Aber frische Lieferungen gebe es momentan praktisch keine mehr. Zwischenhändler, die noch Geräte an Lager hätten, würden mittlerweile 5 bis 10 Prozent höhere Preise verlangen als vor dem Virus-Ausbruch.
Laut Hämmerli gibt es auch Lieferverspätungen bei Tablets von Apple und Samsung. Xiaomi habe Verspätungen angekündigt, ohne ein Ende des Engpasses zu nennen. Für Xiaomi-Geräte hätten die Zwischenhändler die Preise ebenfalls um 5 bis 10 Prozent erhöht.
Zudem gibt es laut Digitec Galaxus bei diversen Herstellern von PC-Komponenten oder Speichermedien Lieferverzögerungen. Darunter befinden sich gemäss Digitec Galaxus Intel, MSI, AMD und Asus. Ausserdem seien Preiserhöhungen angekündigt worden.

Austausch mit Partnern und alternative Lieferanten

Bei Media Markt heisst es auf Anfrage, dass es derzeit noch keine Liefereinschränkungen gebe. Man stehe aber in engem Austausch mit den Industriepartnern und Lieferanten, so der CE-Händler.
Auch bei Microspot stellt man aktuell noch keine Auswirkungen fest. Das Unternehmen geht aber davon aus, dass es mittelfristig im Non-Food-Bereich zu Lieferengpässen kommen könnte. "Gerade elektronische Produkte, wie z.B. Haushaltsgeräte, werden häufig in China produziert. Wir prüfen bereits alternative Lieferanten", schreibt Microspot auf Anfrage von inside-channels.ch.

Auch Competec ist mit Verzögerungen konfrontiert

Die Competec-Gruppe, zu der unter anderem der Online-Shop Brack.ch und der Grosshändler Alltron gehören, sagt auf Anfrage, man habe von einigen chinesischen Herstellern positive Signale erhalten. Aber es gebe auch Hersteller in diversen Sortimentssparten, die über Verzögerungen informiert hätten. "Dabei variiert das Spektrum von leichten Verspätungen bis hin zu 'Liefertermin unbekannt'", schreibt uns Unternehmenssprecher Daniel Rei. Man verfolge die Neuigkeiten zur Epidemie weiterhin genau und stehe im Austausch mit Herstellern, um die Verfügbarkeiten abzuklären.
Auch Hersteller aus anderen Ländern, die Komponenten aus China beziehen würden oder teilweise in China produzieren liessen, würden Verzögerungen melden.
Es könnte somit zu Preiserhöhungen kommen. In welcher Spanne dies sein werde, lasse sich derzeit aber nur schwer abschätzen, denn hier spiele auch die globale Nachfrage eine Rolle. "Falls sich der Einkaufspreis erhöht, wird sich das früher oder später auch im Verkaufspreis niederschlagen", so die Competec-Gruppe.

Aktienkurse der Tech-Konzerne sinken

Apple publizierte bereits vergangene Woche eine Warnung, dass das Unternehmen wegen der Auswirkungen des Coronavirus nicht damit rechnet, die Prognosen für das Märzquartal erfüllen zu können.
Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus ausserhalb Chinas hat auch die Börsen erreicht. Die US-Aktien stürzten am Montag ab, nachdem Südkorea wegen des Coronavirus die "höchste Alarmstufe" ausgerufen hat.
Die nach Marktkapitalisierung grössten US-Unternehmen Apple, Facebook, Amazon, Microsoft und Google haben gemeinsam über 238 Milliarden Dollar an Wert verloren, schreibt 'CNBC'. 

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