Coronavirus lässt globalen IT-Markt deutlich schrumpfen

13. Mai 2020, 12:19
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Trotz gewissen Nachfrageschüben werden die IT-Ausgaben um 8% sinken, sagt Gartner.

Wenn alles normal geblieben wäre, dann wären die globalen Ausgaben für IT dieses Jahr um etwa 2.5% auf 3,9 Billionen Dollar gewachsen. So lautete zumindest die Prognose des Marktforscher Gartner in diesem Januar.
Aber eben, es ist nicht alles normal geblieben. Aufgrund der Coronakrise hat Gartner nun seine Prognose kräftig nach unten korrigiert. Damit widerspricht Gartner auch vielen Stimmen aus der Branche, welche besagen, dass IT-Anbieter wenig zu befürchten hätten.
Gartner geht nun davon aus, dass der globale IT-Markt insgesamt um 8% auf 3,46 Billionen Dollar schrumpfen wird. Am stärksten betroffen werden laut dieser Prognose die Bereiche Devices und Rechenzentrums-Systeme sein, am wenigsten der Bereich Kommunikationsservices. Aber trotz der erhöhten Nachfrage nach Kollaborations-Tools sieht Gartner auch in diesem Bereich eine sinkende Nachfrage (siehe Tabelle oben).
Der Grund für den Rückgang trotz gestiegener Nachfrage nach PCs und Monitoren oder Cloud Services sind laut Gartner stark geänderte Prioritäten der CIOs. Diese würden sich nun auf "Missions-kritische" Technologien und Services konzentrieren und vor allem das Business weiter am Laufen halten. Investitionen in transformative Projekte oder Projekte, mit denen das Wachstum gefördert werden könnte, würden dagegen zurückgestellt.
"CIOs arbeiten nun in einem Notfall-Modus zur Kostenoptimierung. Das bedeutet, dass Investitionen minimiert und vor allem für Projekte verwendet werden, die helfen, das Business am Laufen zu halten. Dies wird für das ganze Jahr 2020 die oberste Priorität für die meisten Unternehmen sein", sagt der Gartner-Analyst John-David Lovelock.
Auch für die weitere Zukunft glaubt Gartner gegenwärtig nicht an eine schnelle Erholung der Nachfrage. Vor allem in den am schwersten betroffenen Branchen wie der Unterhaltungsindustrie, der Luftfahrt oder der Schwerindustrie werde es drei Jahre dauern, bis die IT-Nachfrage wieder das Niveau von 2019 erreiche.

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