COS-Gruppe auf Talfahrt

28. Juli 2006, 09:34
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COS ist mit der deutschen Distribution und Avitos noch nicht zufrieden. Verkauf von COS Concat war ein Tropfen auf den heissen Stein. Rückkehr in die Gewinnzone erscheint vorerst "schwierig".

COS ist mit der deutschen Distribution und Avitos noch nicht zufrieden. Verkauf von COS Concat war ein Tropfen auf den heissen Stein. Rückkehr in die Gewinnzone erscheint vorerst "schwierig".
Die COS-Gruppe hat heute die Geschäftszahlen des vergangenen ersten Semesters bekannt gegeben. Auf den ersten Blick fällt auf, dass der Verlust verglichen mit dem ersten Halbjahr 2005 von 2,3 auf 1,8 Millionen Franken verringert werden konnte. Die Gruppe schaffte es durch den Verkauf von COS Concat im zweiten Quartal per Ende Juni sogar in die schwarzen Zahlen: Ein Gewinn von 81'000 Franken verglichen mit dem Verlust von 2,8 Millionen im zweiten Quartal des Vorjahres. Das Betriebsergebnis liegt aber immer noch hinter den eigenen Erwartungen.
Der Umsatz zeigt, dass die Unternehmensgruppe immer noch auf Talfahrt ist. Im ersten Semester betrug er 331,3 verglichen mit 511,1 Millionen. Im zweiten Quartal belief er sich auf 158,2 verglichen mit 232,7 Millionen Franken im Vorjahr. Der Bruttogewinn verringerte sich im zweiten Quartal auf 12,2 Millionen und im gesamten ersten Semester auf 24,8 Millionen Franken. Im Quartal- wie auch im Semester-Vergleich konnte die Bruttomarge auf 7,7 bzw. 7,5 Prozent verbessert werden. Dies erkläre sich aus dem reduzierten Anteil der Distributionsgesellschaften am Gesamtumsatz sowie dem Wegfall hoher Forderungsverluste und ein im zweiten Quartal margenträchtigeren Speichergeschäft, teilt COS mit. Beim Vorjahresvergleich sei zudem zu beachten, dass die Gruppe im zweiten Halbjahr 2005 "in ihrer Entwicklung stark zurückgeworfen" wurde. Der Grund war die desaströse SAP-Einführung bei COS Distribution in Deutschland und bei Avitos.
COS hat noch 13,1 Millionen Franken flüssige Mittel. Beim Bilanzabschluss am 31. Dezember 2005 waren es noch 21,5 Millionen. Bankschulden in der Höhe von 15 Millionen Franken führten dazu, dass der Nettobestand -2,8 Millionen Franken beträgt. Gesamthaft nahm der Personalbestand gegenüber Ende 2005 auch wegen dem Verkauf von COS Concat um 78 auf 526 Stellen ab. Vor allem in Deutschland wurden Stellen abgebaut. Gegenüber dem ersten Semester 2005 fielen 96 Stellen weg, davon 68 in der Distribution.
Distributions-Umsatz halbiert
Mit der Ertragslage der deutschen Distributionsgesellschaft und mit Avitos ist die Gruppe nach wie vor nicht zufrieden. Die beiden Gesellschaften befinden sich seit 2005 im Restrukturierungsprozess. Im Semestervergleich sank der Umsatz aller Distributionsgesellschaften von 467,5 auf 284,4 Millionen Franken. Der Bruttogewinn sank von 20,9 auf 16,1 Millionen Franken. Auch der Schweizer Distributionsarm lag hinter den Umsatzerwartungen, teilte COS mit. Die Margensituation blieb hierzulande stabil. COS Distribution Schweiz belastete, "wenn auch nur moderat", die Konzernrechnung des ersten Halbjahres.
Weiterhin ertragsstark ist die COS Memory AG. Die beiden Systemintegrationsgesellschaften in Deutschland und in der Schweiz konnten Umsatz und Bruttogewinn erhöhen, obwohl COS Concat nur bis 31. Mai konsolidiert wurde. Im laufenden Jahr soll der Personalbestand weiter abgebaut werden. COS Distribution Deutschland und Avitos werden das Ergebnis weiter belasten. Die angestrebte Rückkehr in die Gewinnzone im letzten Quartal 2006 erscheine aus heutiger Sicht "zwar noch möglich, ist aber als schwierig einzustufen", so COS. (Maurizio Minetti)

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