Countdown für "Fujitsu Technology Solutions"

30. März 2009, 13:47
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Übermorgen wird aus FSC – nun offiziell – FTS. CEO Kai Flore fasste heute nochmals die strategischen Absichten des "neuen" Unternehmens zusammen. Dazu gehören ehrgeizige Pläne im Servermarkt.

Übermorgen wird aus FSC – nun offiziell – FTS. CEO Kai Flore fasste heute nochmals die strategischen Absichten des "neuen" Unternehmens zusammen. Dazu gehören ehrgeizige Pläne im Servermarkt.
Fujitsu Siemens Computers hat gegenwärtig "wichtige Tage" hinter und vor allem auch noch vor sich: Das einleitende Statetement von Präsident und CEO Kai Flore anlässlich einer Pressekonferenz von heute kann man wohl als klares Understatement bezeichnen. Ab übermorgen, dem 1. April, ist das japanisch-deutsche Joint Venture Vergangenheit und das Unternehmen ganz im Besitz von Fujitsu.
Fiore bestätigte heute Morgen erstmals offiziell den zukünftigen Namen von FSC, der allerdings – der Ärger darüber war Flore anzuhören - schon vor zwei Wochen an die Öffentlichkeit gedrungen war: Fujitsu Siemens Computers wird ab Mittwoch Fujitsu Technology Solutions, abgekürzt FTS, heissen.
Zur zukünftigen Strategie hatte Flore heute wenig zu sagen, was nicht bereits bekannt war, er fasste aber die Pläne nochmals zusammen. Diese beeinhalten einige schwierige "Spagate". So soll FTS innerhalb des Fujitsu-Konzerns für IT-Infrastruktur zuständig sein und dabei für die globale Reichweite sorgen, die Fujitsu allein bisher nicht hatte. Gleichzeitig soll sich FTS, nun ja komplett in japanischem Besitz, insbesondere in Europa als der einzige grosse "europäische" IT-Infrastruktur-Lieferant profilieren.
Damit verbunden ist ein vor allem für den Standort Deutschland wichtiges Versprechen: Die Produkteentwicklung im Unix- und Mainframe-Bereich bleibt zwar in Japan, FTS übernimmt innerhalb von Fujitsu aber weltweit die Verantwortung für Entwicklung und Produktion im Bereich "Intel-Architektur". Das bedeutet, das die Entwicklung und Produktion von Servern, Storageprodukten und PCs in Deutschland bleibt und teilweise sogar ausgeweitet wird, da Fujitsu den x86-Bereich in Zukunft eher forcieren möchte. Ziel, so Flore, sei es, den globalen Marktanteil von jetzt rund vier Prozent bis 2012 auf 10 Prozent zu erhöhen.
Im Bereich Storage wird FTS für seine Produktelinie den bisher von Fujitsu in Japan verwendeten Brand "Eternus" übernehmen. Die FSC-"CentricStore"-Produkte werden in diese neue Familie integriert. Gleichzeitig sollen auch die bestehenden Reseller-Partnerschaften mit EMC und NetApp weitergeführt werden.
Sehr eingeschränkt war allerdings Flores Bekenntnis zum PC-Business: "So weit ich es weiss, bestehen bei Fujitsu gegenwärtig keine Pläne, diesen Bereich abzustossen." FTS wolle sich aber zumindest aus dem Konkurrenzkampf im Tiefpreisbereich fernhalten.
One Fujitsu
Das Angebot von FTS soll, in Zusammenarbeit mit dem Fujitsu-Dienstleistunsgarm Fujitsu Services, insgesamt wesentlich dienstsleistungslastiger werden, als bisher. Statt auf den einzelnen Produkten soll die Betonung auf "IT-Infrastruktur als Gesamtlösung" liegen. Darüber hinaus sollen, zusammen mit Fujitsu Services, starke Angebote im Bereich "Managed Infratructure" (Betreuung von IT-Infrastrukturen in RZs und Büros) sowie einige "Infrastructure-as-a-Service"-Angebote aufgebaut werden. Ein Beispiel für letzteres ist der bereits im letzten Herbst vorgestellte Arbeitsplatz als Internetservice.
Die Zusammenarbeit mit Fujitsu Services wird dabei einen der Knackpunkte darstellen. Die beiden Unternehmen bleiben rechtlich getrennt, werden aber in manchen Regionen organisatorisch zusammengelegt, und sollen generell gegenüber Kunden als "Fujitsu" – nicht Technology Solutions oder Services – auftreten. Bis das so richtig in den Köpfen drin ist und klappt, dürfte, wie Flore einräumte, einige Zeit vergehen und viele Trainings und Sitzungen abgehalten werden.
Für die neuen Fokus auf Services muss zudem auch ein Umlernen bei FTS stattfinden. "Wir brauchen mehr, aber auch andere Skills als bisher", erläuterte Flore. Die bereits angekündigten Stellenstreichungen werden durchgezogen, gleichzeitig soll in Deuschland "eine dreistellige Zahl" von neuen Leuten eingestellt werden. Gefragt seien unter anderem Softwarearchitekten, da die Konkurrenz im Server- und Storagebereich heute vor allem über Software laufe. Um an die notwendigen zusätzlichen Leute zu kommen, so betonte Flore, könnte FTS auch Übernahmen vornehmen.
Und die Partner?
Bei Neufokussierung auf Services wird auch das Verhältnis zum Channel einer der Spagate werden, den FTS bewerkstelligen muss. Denn FTS soll, versprach Flore, wie schon FSC "partnerzentrisch" bleiben. Das Zaubermittel dazu soll Beteiligung an Serviceumsätzen sein. Partner sollen weiterhin für den Kontakt zu den Kunden zuständig sein und, wenn sie beispielsweise einen "Managed Storage"-Auftrag für FTS an Land ziehen, an den regemässigen Einkünften beteiligt werden. (Hans Jörg Maron)

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