Covid-Ausbrüche bei 3 taiwanischen Chip-Zulieferern

8. Juni 2021, 10:13
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Dies könnte die globalen Chip-Nachschubprobleme noch verschärfen.

Taiwan hatte lange Zeit, zumindest laut offiziellen Zahlen, eine im Vergleich zu anderen Ländern verschwindend kleine Anzahl an Covid-Infektionen zu verzeichnen. Seit Mitte Mai scheint sich die Lage dort aber drastisch geändert zu haben und nun werden täglich einige Hundert Neuinfektionen festgestellt. Jetzt sind drei wichtige Zulieferunternehmen der globalen Halbleiterindustrie von Covid-Ausbrüchen unter ihren Mitarbeitenden betroffen, wie 'Nikkei Asia' meldet. Dies könnte mitten in der globalen Chip-Nachschubkrise weitere Probleme für die Halbleiter-Lieferkette bedeuten.
King Yuan Electronics musste am Freitag seine Produktion unterbrechen, nachdem einige Dutzend seiner Angestellten positiv auf Covid getestet worden waren. King Yuan leistet Chip-Test-Services, unter anderem für Nvidia, Intel und Media Tek. Anscheinend sind vor allem Fremd- beziehungsweise Wanderarbeiter betroffen, wohl aufgrund der beengten Lebensumstände in den Unterkünften, welche ihnen von ihre Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden. Gemäss Zahlen die King Yuan am Sonntag veröffentlicht hat, wurden 263 seiner rund 7000 Angestellten positiv getestet, 219 davon Fremdarbeiter. Diese stammen hauptsächlich von den Philippinen.
Am Wochenende meldeten dann auch noch Greatek Electronics, ein Hersteller von Test-Geräten und Verpackungsanlagen für Chips sowie der Netzwerk-Chip-Hersteller Accton Technology Covid-Ausbrüche unter ihren Mitarbeitenden. Genauere Zahlen haben diese Unternehmen laut 'Nikkei' noch nicht genannt.
Allen drei Firmen ist gemeinsam, dass ein substantieller Anteil ihrer Mitarbeitenden Fremdarbeiter sind. Bei King Yuan sind es rund 30%. Und alle drei haben Produktionsstätten, die nicht weit voneinander entfernt im Miaoli County liegen.
Das taiwanische Center for Disease Control hat für King Yuan Massnahmen angeordnet, welche vor allem die Fremdarbeiter betreffen. Alle nicht taiwanischen Mitarbeitenden müssen zwangsweise in eine 7-tägige Quarantäne, egal ob sie getestet wurden oder nicht. Nach Ablauf der Quarantäne dürfen nur Mitarbeitende, die negativ getestet wurden, zur Arbeit zurückkehren. Für die beiden anderen genannten Firmen könnten ähnliche Massnahmen angeordnet werden.
Dies wirkt sich natürlich auf die Produktion aus. King Yuan sagte schon am Freitag, dass der auf 48 Stunden angesetzte Produktionsstopp seinen Umsatz im Juni um 4% bis 6% senken wird. Die zwangsweise Absenz der Fremdarbeiter war dabei noch nicht mit einberechnet.
Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Covid-Epidemie auch auf weitere taiwanische Unternehmen in der Chip-Lieferkette ausbreitet. In Taiwan wurden laut Zahlen der Johns Hopkins Universität bisher erst rund 700'000 Impfdosen an die Bevölkerung verabreicht. Die Einwohnerzahl von Taiwan beträgt rund 23,5 Millionen.

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