CPU-Gate: Dell testet, Red Hat zieht zurück, Linus Torvalds wütet

22. Januar 2018, 16:31
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Dell Technologies führt Performance-Tests für sein gesamtes Produktportfolio durch, um herauszufinden, wie sich die Patches gegen Meltdown und Spectre auswirken.

Dell Technologies führt Performance-Tests für sein gesamtes Produktportfolio durch, um herauszufinden, wie sich die Patches gegen Meltdown und Spectre auswirken. Dies bestätigte Dell gegenüber 'CRN'.
Für Client-Systeme mit Windows 10 und Intel Prozessoren der siebten Generation weiss Dell etwas, nämlich dass in den meisten Fällen eine Leistungsbusse von ein bis drei Prozent zu verzeichnen ist. Die Performance-Einbussen, so Dell, könnten aber je nach Konfiguration und Auslastung "stark variieren".
Auch unter Beobachtung sind HCI-Produkte, die laut Dell auch löchrig sind. Dell nennt als "Empfänger" von BIOS-Updates bislang diverse PowerEdge-Server (14. Generation 13., 12. und 11.). Zudem gibt es BIOS-Updates für Dell Datacenter Scalable Solutions (DSS), darunter finden sich DSS9600, DSS250 und DSS7500.
Offenbar keine Updates sind laut Dell nötig für das EqualLogic PS-Portfolio sowie SC Series, FluidFS Series und MD3. Die Liste von Dell zeigt Details.
Red Hat hat beschlossen, Microcode-Patches für eine Variante des Spectre-Exploits (CVE-2017-5715) zurückzuziehen. "Red Hat bietet keinen Microcode mehr für Spectre, Variante 2, weil dieser zu Instabilitäten führte und dazu, dass Kundensysteme nicht mehr booteten", so Red Hat.
Keine News finden wir bislang für VMware- und Lenovo-Kunden, denen geraten wird, den aktuellen Microcode von Intel zu ignorieren, auch 'The Register' findet nicht mehr.
Zu allfälligen Performance-Einbussen bei Arm-Produkten bleibt der Arm-CEO Simon Segar im Video-Interview mit 'Techcrunch' vage bis extrem differenziert: Die Einbussen seien vom Use Case und der Applikation abhängig, beim Surfen im Internet merke man nichts.
Seit Sonntag äussert sich Linus Torvalds sehr konkret und prügelt auf Intel ein: "Sie (Intel, Anm. d. Red.) machen es sogar aus technischer Sicht völlig falsch", wütet er in der Kernel Mailing List. "Die Patches sind kompletter und völliger Müll."
Und etwas beginnen immer mehr Involvierte zu vermissen: Eine Roadmap der Hersteller, wie die Meltdown-und-Spectre-lose Zukunft aussieht und wann das Kick-Off dafür angesetzt ist. (mag)

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