CPU-Gate: Intel rollt aus, AMD wird verklagt, Forscher forschen…

22. Februar 2018, 15:05
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Intel rollt neuen Microcode gegen die Lücken Spectre und Meltdown aus, für Skylake, Kaby Lake und Coffee Lake.

Intel rollt neuen Microcode gegen die Lücken Spectre und Meltdown aus, für Skylake, Kaby Lake und Coffee Lake.
Alle Core-Prozessoren der sechsten, siebten und achten Generation haben nun, so die Intel-Formulierung, "aktualisierten Microcode" gegen beide Spectre-Varianten verfügbar. Und Zigtausende rund um den Erdball dürfen hoffen, dass er diesmal stabil sei. Man habe alles intensiv getestet, sagt Intel.
Aber das Werk von Intel ist noch lange nicht vollbracht: Ältere Prozessoren mit Broadwell- und Haswell-Cores, haben nachwievor kein festes Microcode-Update verfügbar. Intel gibt an, dass Microcode-Fixes für Sandy-Bridge-, Ivy-Bridge-, Broadwell- und Haswell-Prozessoren in der Beta-Phase sind, meldet 'Ars Technica'. Andere werden noch nicht einmal von Hardware-Vendors getestet, sondern seien noch in der "Pre-Beta"-Phase.
In einschlägigen Foren wird inzwischen bemängelt, dass Intel nichts in petto habe für Ivy Bridge DT CPUs. Der Stand der eigenen Planung bezüglich Microcode-Verfügbarkeit hat Intel hier in einer langen Tabelle zusammengestellt.
Es heisst also weiterhin warten, warten, warten für viele User.
Wer in der Hitze der Ankündigungen, Rückzüge und Patches gegen Intel-Patches den Überblick über alle betroffenen CPUs sucht, der sei auf diese Liste von 'techarp.com' verwiesen. Diese erhebt Anspruch auf Vollständigkeit (den wir selbst aber nicht garantieren, Disclaimer der Redaktion).
Forscher und Anwälte haben Konjunktur
Derweil dreht sich die Welt der Hacker munter weiter. Security-Experte Bruce Schneier weist darauf hin, dass Forscher neue Varianten von Exploits für die Spectre- und Meltdown-Lücken entdeckt haben. Es ist noch nicht 100 Prozent sicher, dass die CPU-Patches den neuen Angriffsvarianten standhalten. Unkenrufen zufolge, werde dies ein endloser Prozess sein.
Diesem Schicksal ergeben sich nicht alle Betroffenen stillschweigend, sondern sie heuern Anwälte an: Neben Intel muss sich nun auch AMD gegen Klagen wehren. Mindestens vier Klagen wurden in Kalifornien eingereicht. Die Vorwürfe laut 'The Register': Betrug, Verletzung von Gewährleistungen, unlauterer Wettbewerb und Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit den Lücken Spectre und Meltdown.
Die Kläger argumentieren, dass AMD vor der Veröffentlichung über diese Schwachstellen Bescheid wusste, aber weder Patches bereitstellte, noch die Nutzer vor den Risiken warnten, während sie ihre Produkte auf den Markt brachten. Zudem werde Spectre schwierig zu patchen sein und die Folge seien Performance-Einbussen.
Bis anhin hat AMD noch keine Stellung zu den Vorwürfen bezogen. (mag)

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