Crealogix wächst im Ausland

20. März 2018, 11:05
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Der Bankensoftware-Hersteller legte gute Halbjahreszahlen vor und sieht die Zukunft rosig.

Der Bankensoftware-Hersteller legte gute Halbjahreszahlen vor und sieht die Zukunft rosig.
Crealogix ist weiter auf Wachstumskurs, dies teilt das Unternehmen mit. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18 stieg der Umsatz des Bankensoftware-Herstellers um elf Prozent auf 39,7 Millionen Franken. "Wir hatten ein sehr starkes erstes Halbjahr", so Thomas Avedik, Group CEO, an der Medienkonferenz. Er ergänzte, es handle sich um organisches Wachstum.
Der Gewinn verdoppelte sich auf 1,6 Millionen Franken. Dazu geführt hat die Umsatzsteigerung, ein verbessertes Finanzergebnis und tiefere Steuerausgaben.
Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um sechs Prozent auf 4,4 Millionen Franken, die Ebitda-Marge lag bei elf Prozent und damit um ein Prozentpunkt tiefer aus als im Vorjahr.
Dies sei primär auf den gestiegenen Anteil an kurzfristigen Freelancern in Deutschland zurückzuführen. "Wir haben extrem viele Aufträge und Projekte, aber es gibt zu wenige Fachleute auf dem Markt. So müssen wir uns mit teureren Freelancern behelfen und im Nearshorebereich Personal aufbauen", präzisierte Avedik.
Das Umsatzwachstum erreichte die Gruppe denn auch vor allem in Deutschland. "Erstmals erzielen wir mehr Umsatz in internationalen Märkten", so Avedik. Der Umsatzanteil beträgt nun 58 Prozent. In der Schweiz dagegen blieb das Geschäft stabil. Von einer Sättigung in den Heimmärkten könne man nicht sprechen, "aber wenn wir mit den avisierten Raten wachsen wollen, müssen wir dies in neuen Märkten tun".
Die wiederkehrenden Einnahmen stiegen um elf Prozent, tragen also weiterhin 38 Prozent zum Umsatz bei.
Was auffiel: Der freie Cash Flow sank markant. Dies habe primär mit dem Timing der Debitorenausstände zu tun, so CFO Philippe Wirth an der Konferenz. Die meisten hätten erst in den Monaten Januar und Februar bezahlt.
Eine entscheidende Rolle für den Erfolg schrieb der CEO der Offenheit des eigenen Digital Banking Hubs zu. Aktuell setzen laut Avedik über 1200 Banken auf Crealogix-Lösungen, das mache ihn "sehr stolz".
"Das sind reine Gerüchte"
Für das Anfang Juli endende Gesamtjahr geht Crealogix weiterhin inklusive Übernahmen von einem Umsatzwachstum von gegen 15 Prozent aus. In diesem Zeitraum kommen dann auch die rund fünf Umsatzmillionen zum Tragen, die aus der Übernahme des spanischen Softwareunternehmens Innofis letzten Januar resultieren. Crealogix geht zudem von einer Betriebsgewinnmarge von über zehn Prozent aus.
In nächster Zeit sei rund um die Innofis-Übernahme auch eine Kapitalerhöhung zu erwarten, so Avedik, da die Übernahme zu einem Drittel mit Cash und zu zwei Dritteln mit Aktien finanziert werde.
Er hatte nur etwas zu dementieren: Übernahmegerüchte, die kürzlich auftauchten: "Es besteht keinerlei Absicht zu verkaufen, wir haben auch keiner Bank irgendwelche diesbezügliche Aufträge erteilt. Das sind reine Gerüchte". (Marcel Gamma)

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