Credit Suisse verlagert IT-Stellen - aber wieviele?

19. März 2007, 14:26
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Umbau und Verlagerung von Teilen der Credit Suisse Informatik nach Indien geht weiter. Ungewisse Zahl der Betroffenen in Zürich.

Umbau und Verlagerung von Teilen der Credit Suisse Informatik nach Indien geht weiter. Ungewisse Zahl der Betroffenen in Zürich.
Credit Suisse hat in der Schweiz immer noch ungefähr 220 unbesetzte Stellen in der Informatik, wie Sprecher Georg Söntgerath sagt. Gleichzeitig aber werden laufend Kapazitäten im indischen Pune aufgebaut und gewisse Jobs werden nach Indien verlagert. So berichtete die 'SonntagsZeitung' gestern, bis Ende Jahr würden 220 Stellen aus dem IT-Infrastrukturbereich in der Schweiz nach Indien ausgelagert. Söntgerath mag diese Zahl weder bestätigen noch dementieren, sagt aber, dass die Zahl der betroffenen Mitarbeitenden mit Sicherheit kleiner sein werde. "Wenn überhaupt IT-Mitarbeitende ihre Stellen verlieren werden, dann werden dies sicher weniger als die 220 offenen Stellen sein, die wir heute haben," so Söntgerath.
Credit Suisse versuche seit längerem, Informatiker weiterzubilden und intern weiter zu beschäftigen, wenn ihr Job verlagert wird. Ausserdem gebe es ja auch noch "natürliche" Abgänge durch Pensionierungen und Jobwechsel, sagt Söntgerath. Er betont überdies, dass in der Schweiz bisher noch keine Stellen im IT-Bereich wegen der Offshoring-Projekte in Indien und Singapur, wo es auch "normale" Backoffice-Funktionen gibt, abgebaut worden seien.
Unbekannt ist allerdings die Zahl der Stellen, die bei bisherigen, lokalen Zulieferanten der Grossbank durch den Aufbau der Offshore-Entwicklungskapazitäten obsolet werden. Bereits im August 2005 sagte Robert Schleich, damals noch bei Credit Suisse, die Bank lenke "kontinuierlich Projekte (also Arbeit und Geld), zu den indischen Partnern um.
Weitere Verlagerungen ab Mitte 2008?
Weitere Stellenverlagerungen stehen gemäss dem Bericht in der 'SonntagsZeitung' ab etwa Mitte 2008 an. Zu diesem Zeitpunkt sollte es der Grossbank möglich sein, Kundendaten so weit zu anonymisieren, dass sie auch ausserhalb der Schweiz verarbeitet werden können. Zur Zeit werden im Private Banking aber eher Stellen in Zürich ausgebaut. Bereits 450 indische Ingenieure sollen im Zürcher 'Üetlihof' Software entwickeln. (Christoph Hugenschmidt)

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