CS schweigt sich zu IT-Problemen aus

15. August 2016, 15:15
  • fintech
  • credit suisse
  • microsoft
  • technologien
image

Alles was mit Windows zu tun hatte, sei ab letzten Donnerstagabend für fast einen Tag bei der Credit Suisse nicht mehr gelaufen.

Alles was mit Windows zu tun hatte, sei ab letzten Donnerstagabend für fast einen Tag bei der Credit Suisse nicht mehr gelaufen. Weil das Active Directory für die Windows-Applikationen nicht mehr funktioniert habe, konnte sich niemand anmelden. Auch E-Mails lesen oder verschicken und sogar der Handel von Wertpapieren sei in der Folge noch am vergangenen Freitag nicht möglich gewesen. Das schreibt das in der Regel gut informierte Portal 'insideparadeplatz.ch'. In den dortigen Kommentaren wird zudem festgehalten, dass Outlook, Intranet und Internet nur mehr schlecht als recht gelaufen seien.
Der Pressestelle der CS scheint man zu den offensichtlich gravierenden Problemen einen Maulkorb verpasst zu haben. Jedenfalls reagierte sie dem Bericht zufolge am Freitag nicht auf mehrere Anfragen von 'insideparadeplatz.ch' und nahm auch heute trotz mehrfacher Anfrage von inside-it.ch keine Stellung.
Wir hätten den Bericht gerne überprüft und gewusst, inwieweit ein kritisches Update im Bereich der Firewall der CS damit zu tun hat, dass die Grossbank "haarscharf an einer grösseren Krise vorbeischlitterte". Dieses Update soll am Donnerstag auf die Live-Systeme geladen worden sein, was nicht hätte passieren dürfen, wie es in dem Bericht heisst. Weil die CS sich zu dem Vorfall ausschweigt, muss aber auch die Frage von 'insideparadeplatz.ch', wer das Updaten initiiert und autorisiert hat, offen bleiben.
Die Antwort wäre deshalb interessant, weil am Wochenende der quartalsmässige sogenannte "IT-Zügelschub" angestanden sein soll. Der werde üblicherweise generalstabsmässig vorbereitet und gehe mit einem strikten zweiwöchigen Verbot fürs Aufspielen solcher kritischen Updates einher (Frozen Zone), wie es weiter heisst. Hier sei eine Standard-Prozedur "sträflich verletzt" worden.
Da an diesen Terminen in der ganzen Bank neue Software installiert wird, habe aufgrund der Probleme des Vortags grosse Nervosität geherrscht, will 'insideparadeplatz.ch' weiter wissen. Es seien alle Hebel in Bewegung gesetzt worden und unter anderem habe man einen Experten von Microsoft "notfallmässig eingeflogen". Im Verlauf des Freitags sei das Problem dann behoben worden und die Systeme liefen wieder, so der Bericht weiter. Daraufhin sei auch der Zügelschub vom Samstag erfolgreich verlaufen.
Das Portal sieht hinter dem Ausfall der Systeme strukturelle Probleme in der IT der Grossbank. Der Umbau von einer zentralen zu einer dezentralen IT-Organisation habe Unübersichtlichkeit verursacht. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Podcast: Kostenpflichtiges Replay-TV ist wie lineares Fernsehen

In dieser Ausgabe von "Die IT-Woche" sagen wir, warum kostenpflichtiges Replay-TV falsch ist. Zudem erklären wir den gemeinsamen Tarif G12 und was dahintersteckt.

publiziert am 20.5.2022
image

UBS baut ihr digitales Angebot aus

Mit der rein digitalen Sortimentslinie Key4 will die Grossbank vor allem Neukunden gewinnen. Man fahre aber keine Neobanken-Strategie.

publiziert am 19.5.2022
image

Microsoft zieht Windows 10 nach und nach den Stecker

Für gewisse nicht aktualisierte Versionen wird es bald keine Security-Updates mehr geben. Das Gleiche gilt für Windows-Server ab August. Weitere Produkte folgen bald.

publiziert am 18.5.2022
image

Berns Microsoft-365-Zug rollt

Die Stadt Bern zementiert den Microsoft-Kurs. Jetzt sind der Dienstleister für die MS-365-Einführung gewählt und die MS-365-Lizenzen für die Schulen gekauft worden.

publiziert am 18.5.2022