CSC bestätigt Aufspaltung

20. Mai 2015, 09:45
  • international
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Das Geschäft mit US-Behörden und -Armee wird abgetrennt.

Das Geschäft mit US-Behörden und -Armee wird abgetrennt.
Das Geschäft mit US-Behörden und -Armee wird abgetrennt.
CSC hat bestätigt, was die Nachrichtenagentur 'Reuters' schon am Montag erfahren hatte: Der global tätige IT-Dienstleister will sich per Ende Oktober in zwei Unternehmen aufspalten. Die Aktien der beiden neuen Unternehmen werden beide an der Börse gehandelt werden.
Der erste Unternehmensteil, provisorisch "CSC - Global Commercial" genannt, wird das globale Geschäft mit Unternehmenskunden sowie mit Behörden ausserhalb der USA weiterführen. CSC Schweiz mit seinen rund 600 Mitarbeitenden wird also zu diesem Unternehmensteil gehören. CSC - Global Commercial machte im letzten Geschäftsjahr insgesamt 8,1 Milliarden Dollar Umsatz und beschäftigte weltweit rund 51'000 Mitarbeitende.
Der zweite Unternehmensteil "CSC – U.S. Public Sector " wird sich rein auf IT-Dienstleistungen für US-Behörden und die US-Armee konzentrieren. Dieser Teil beschäftigt rund 14'000 Mitarbeitende, darunter 3500 ehemalige Angehörige der US-Armee.
Die Auftrennung soll per Ende Oktober vollzogen werden. Die bisherigen Aktionäre werden dabei Aktien der beiden neuen Unternehmen erhalten. Eine der Bedingungen für die Transaktion ist, dass dafür keine Steuern fällig werden - dies könnte allerdings noch ein Stolperstein sein, denn die Anwälte des Unternehmens sind gegenwärtig noch daran zu prüfen, ob dies wirklich der Fall sein wird. Eine Abstimmung der Aktionäre zur Aufspaltung wird es nicht geben, aber der Verwaltungsrat wird seine endgültige Zustimmung erst geben, wenn die Anwälte dies bejahen.
Laut CSC macht die Auftrennung Sinn, weil die beiden Unternehmensteile unterschiedliche "Wachstumsprofile", Kapitalisierungsbedürfnisse und Cash-Flow-Eigenheiten haben. Als eingeständige Unternehmen können sie sich besser drauf einstellen.
Mindestens ebenso wichtig dürfte es aber sein, dass CSC - Global Commercial durch die Abspaltung des Geschäfts mit der US-Regierung zu einem wesentlich realistischeren Übernahmekandidaten für ausländische Investoren und Unternehmen wird. Der CSC-Verwaltungsrat hatte in den letzten Monaten, unter anderem aufgrund des Drucks eines grossen Investors, nach potentiellen Käufern für das Unternehmen gesucht. Dies blieb aber bisher erfolglos. Die möglichen Käufer dürften unter anderem zurückgeschreckt sein, weil CSC – U.S. Public Sector viele Aufträge nicht nur für die Armee sondern auch den US-Geheimdienst ausführt. Die US-Regierung hätte deshalb einer Übernahme zumindest grosse Steine in den Weg gelegt. Durch die Abspaltung wird der Kreis der potentiellen Käufer für den anderen Unternehmensteil deutlich grösser. Die grosse Nähe zur US-Armee und dem US-Geheimdienst dürfte zudem für CSC im Nachklang der NSA-Affäre auch ein Klotz am Bein gewesen sein, wenn es darum ging, Aufträge im öffentlichen Bereich ausserhalb der USA einzuheimsen. (hjm)
(Foto: Mixy Lorenzo.)

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