Cybercrime-Zentrum Baselland: "Suche nach geeigneten Personen ist schwierig"

30. November 2021, 11:16
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Die Baselbieter Polizei will ihr Cybercrime-Know-how ausbauen, bislang konnten vor allem jüngere Personen gewonnen werden. Nun sollen IT-Kaderstellen besetzt werden.

Die Baselbieter Polizei sucht zwei Teamleiter für die IT-Forensik ihres Kompetenzzentrums Cybercrime. Dieses hatte bereits Anfang April 2020 seinen Betrieb aufgenommen, nachdem das kantonale Parlament jährliche Ausgaben von 2,1 Millionen Franken bewilligt hatte.
Richtig in die Gänge kam die Rekrutierung für das Zentrum vorerst allerdings nicht. Im November 2020 waren erst 6 von 13 geplanten Stellen besetzt. Die Polizei erklärte damals, dass die Löhne nicht mit der Privatwirtschaft mithalten könnten. Das Problem besteht offenbar weiter. Mittlerweile wurde aber auf 14 Positionen aufgestockt, wie dies in der Vorlage des Parlaments vorgesehen ist.
Ein Polizeisprecher räumt auf Nachfrage allerdings ein: "Die Löhne wurden nicht angehoben und die Suche nach geeigneten Personen gestaltet sich schwierig. Bis jetzt konnten insbesondere jüngere Personen gewonnen werden, welche den Teamgeist im Kompetenzzentrum Cybercrime sehr schätzen sowie eine spannende und erfüllende Tätigkeit bevorzugen." Wie lange das funktioniere, müsse sich weisen, so der Sprecher.

Erfahrene Leute gesucht

Nun werden erfahrene IT-Forensiker für die Kaderpositionen gesucht. Allenfalls würden sie auch intern rekrutiert, erklärt der Pressesprecher. Die beiden Fachleute gehören zu insgesamt 4 Stellen, die 2022 besetzt werden sollen. Das Zentrum soll laut Vorlage des Parlaments bis Ende 2023 auf 20 Stellen angewachsen sein.
Das ist angesichts der steigenden Cyberangriffe eine dringliche Angelegenheit. Das Zentrum Cybercrime war auch am Schlag gegen eine internationale Ransomware-Bande beteiligt, bei dem kürzlich eine Person in Binningen festgenommen und Beweismittel beschlagnahmt wurden.

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