Dätwyler von Avnet bei Premier-Farnell-Kauf überboten

28. Juli 2016 um 08:49
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Der US-Disti Avnet bietet zwölf Prozent mehr für Premier Farnell als Dätwyler.

Der Industriekonzern Dätwyler wird bei seiner Kaufofferte für den britischen Elektronik-Disti Premier Farnell von Avnet überboten. Für die Innerschweizer kommt die Konkurrenzofferte völlig überraschend.
Im Juni hat der Innerschweizer Technologiekonzern Dätwyler die Absicht bekannt gegeben, den britischen Elektronik-Distributor Premier Farnell übernehmen zu wollen. Das Angebot von Dätwyler wurde nun von Avnet überboten. Der US-amerikanische Distributor bietet 185 Pence für jede Premier-Farnell-Aktie. Damit fällt das Kaufangebot um zwölf Prozent höher aus als jenes von Dätwyler. Die Innerschweizer hatten 165 Pence geboten. Der Raspberry-Pi-Hersteller Premier Farnell hat die Empfehlung für die Dätwyler-Offerte mittlerweile zurückgezogen, wie das Unternehmen selber mitteilte.
Dätwyler-CEO Paul Hälg erfuhr am Donnerstagmorgen vom Konkurrenzgebot, wie er in einem Interview mit 'Radio SRF' sagte. Die Nachricht sei sehr überraschend. Die Einigung sei wohl in der Nacht passiert. Ob Dätwyler nachzieht und ein höheres Angebot macht, ist offen. Die Optionen würden nun geprüft, sagte Hälg weiter. Für ein erneutes Angebot müsste eine neue Generalversammlung anberaumt werden. Dies brauche wohl ein bis zwei Monate Zeit, sagte Hälg.
Dätwyler hätte Grösse verdoppelt
Als Dätwyler die Transaktion im Juni angekündigt hatte, war man von einem Vollzug für das vierte Quartal 2016 ausgegangen. Mit dieser Übernahme würde Dätwyler einen grossen Wachstumsschritt machen und seine Grösse verdoppeln. Premier Farnell ist ein Distributor von elektronischen Bauteilen und würde mit der Division Technical Components von Dätwyler zusammengelegt werden.
An der Börse werden die Neuigkeiten relativ gelassen, aber doch mit negativer Tendenz aufgenommen. Die wenig liquide Dätwyler-Aktie gibt kurz nach 10.00 Uhr 1,7 Prozent nach, während der am SPI gemessene Gesamtmarkt um 0,33 Prozent zulegt. Am Tag der Bekanntgabe des Deals war die Dätwyler-Aktie um vier Prozent zurückgefallen. Analysten bezeichneten das Vorhaben zwar als sinnvoll, mit einem Kaufpreis von insgesamt 1,09 Milliarden Franken (zum damaligen Kurs) aber teilweise auch als teuer. Um die Übernahme zu finanzieren, hätte Dätwyler Schulden aufnehmen und das Kapital erhöhen müssen (kjo/sda).
Update (16:25 Uhr): Artikel um Aussagen von CEO Paul Hälg ergänzt.

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