Danke! Danke! Danke! Microsoft

15. September 2006, 17:40
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht
PR ist immer gut. PR ist vor allem dann gut, wenn man in der Öffentlichkeit unter Druck steht. So wie Microsoft unter Druck der EU-Kommission, die das kommende Betriebssystem Vista kritisiert und mit dem dicken Bussen-Knüppel in der Hand verlangt, dass Microsoft alle Features, die potentielle Konkurrenten aussperrt, von sich aus wieder ausbaut. Der Krieg zwischen Microsoft und der EU-Kommission wird seit Jahren mit dem Bussenzettel und vor allem vielen vielen Worten geführt.
Was für ein Zufall, dass der Marktforscher IDC gerade jetzt im Auftrag von Microsoft herausfindet, welch ein Segen Vista für Europa ist. 50'000 neue Jobs würden durch die Einführung von Vista alleine in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Polen und Spanien geschaffen, hat IDC erforscht. Es kommt noch besser: Alleine in den erwähnten sechs Ländern werden mehr als 150'000 IT-Unternehmen durch Vista einen Umsatz von 32 Milliarden (!) Euro erzielen. Und für jeden Franken, der für Vista ausgegeben werden wird, werden zusätzlich 14,72 Franken für Dienstleistungen und neue Hardware fällig. Cool!
Die EU-Kommission soll sich also gefälligst hüten, Microsoft ins Zeug zu pfuschen und damit die Redmonder daran zu hindern, einen wahren Geldregen über Europa auszuschütten.
PR gegen den Strich gebürstet
Doch man könnte die Microsoft PR auch gegen den Strich bürsten. Wir könnten die Zahlen von IDC anschauen, wie wenn Vista eine Naturkatastrophe wäre. Denn wenn eine Flutwelle halb Obwalden wegschwemmt, kommt ja auch keine IDC und rechnet aus, wie viel mehr Umsatz es für Bauunternehmer, Bäcker und Bauern (Entschädigungszahlungen) gibt. Sondern dann spricht man von einem Schaden für die Wirtschaft.
Die Einführung von Vista wird der europäischen Wirtschaft also Kosten von weit über 32 Milliarden Euro aufbürden. 32 Milliarden, die man auch für Forschung, Entwicklung, den Bau von Solarkraftwerken oder Aktienrückkäufe verwenden könnte.
Und: Die Migration von einem guten alten Windows auf Windows Vista scheint offenbar ungeheuer aufwändig und kompliziert zu sein. Die paar Fränkli für das Betriebssystem sind ein Klacks, verglichen zu all dem Drumherum, das man dafür alles noch braucht.
Gegen Flutwellen und Erdbebenschäden kann man sich versichern. Warum gibt es eigentlich keine Versicherung gegen Microsoft-Betriebssysteme? (Christoph Hugenschmidt)

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