Darum waren die Updates für Windows 10 so buggy

24. September 2019, 14:37
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Ex-Microsoft-Developer nennt automatisches Testing und das "Insider-Programm" als Probleme.

Ex-Microsoft-Developer nennt automatisches Testing und das "Insider-Programm" als Probleme.
Ex-Microsoft-Mann Jerry Berg macht aus seinem Herz keine Mördergrube. Der langjährige Senior Software-Entwickler bei den Redmondern erklärt in einem Video, wieso seiner Meinung nach so viele Bugs in Windows-Updates zu finden waren, warum die Qualität eine "Achterbahnfahrt" ist.
Früher habe es, so Berg, im Hause Microsoft mehrere Testabteilungen gegeben, die Produkte testeten, bevor sie lanciert wurden. Diese hätten jeweils die allermeisten Bugs gefunden. Die Teams wurden aber in einer Entlassungswelle ab 2014 zusammengelegt und teilweise aufgelöst. Ersetzt wurden sie laut Berg durch automatisierte Tests in virtuellen Maschinen.
Diese funktionierten alle gleich und repräsentierten etwa keine Diversität in der Hardware. So würden seltene Fehler, die nur auf bestimmten Konfigurationen auftreten, nicht entdeckt. Die Hardwaretests sollen durch die privaten Anwender im "Insider-Programm" ersetzt werden. Diese würden aber nicht alle Bugs melden, wenn sie keine katastrophalen Folgen hätten.
Und oftmals hätten die Teilnehmer am Insider-Programm die Kompetenz nicht, alles Notwendige zu protokollieren, damit die Microsoft-Entwickler die Probleme reproduzieren könnten. Stattdessen würden die Developer vor allem Telemetriedaten erhalten. Die Daten würden aber der Grösse der Crash Dumps wegen nicht vollständig gesendet, so dass nicht alle Fehler ermittelt werden könnten. Etwa Abhängigkeiten, die zu Problemen führten, seien damit nicht zu eruieren.
In Redmond habe man reagiert, indem man die Updates mittlerweile in Wellen ausrolle. Ein deutliches Zeichen, dass man nicht mehr sehr auf die Qualität vertraue, so Berg. Der ehemalige Microsoft-Entwickler fordert, dass die Testteams wiederaufgebaut werden sollen.
Dennoch erklärt er, dass Windows 10 das beste jemals entwickelte Betriebssystem aus dem Hause Microsoft sei. Mit Einschränkungen: Die Updates, das Testing-System, die Apps und die "Spionage" mittels der Telemetriedaten.
Das Video von Jerry Berg findet sich auf Youtube. Berg war laut eigenen Angaben 15 Jahre bei den Redmondern angestellt und unter anderem auch im Testing für Vista und Windows Server aktiv. (ts)

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