Das Ende der Game-Monumentalshow

3. August 2006, 14:15
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    Die E3, die grösste Spielemesse der Welt, wird verschoben und soll "intimer" werden.

    Die E3, die grösste Spielemesse der Welt, wird verschoben und soll "intimer" werden.
    An der letzten Electronic Entertainment Expo in Los Angeles gaben anscheinend noch vor allem die neuen Vorschriften über die Bekleidung der Damen an den Ständen zu reden, welche gegen den früher grassieren Mangel an solcher gerichtet waren. Dies war vielerorts ein grösseres Thema als die vorgestellten neuen Spiele und elektronischen Gadgets,
    Manche Beobachter der Szene werteten dies als Zeichen, dass die Bedeutung der Messe nachlasse – und diese Beobachter haben nun recht erhalten. Am Montag gab der Veranstalter, die Entertainment Software Association (ESA), dass es die Messe in der früheren Form ab dem nächsten Jahr nicht mehr geben soll. Sie soll zwar weiterhin in Los Angeles durchgeführt werden, aber nicht mehr als grosse Messe und gemäss US-Berichten wahrscheinlich im Juli statt im Mai. Gemäss ESA soll sich die E3 2007 auf kleinere Events und gezielte Presseveranstaltungen im kleineren Rahmen beschränken – die monumentalen Ausstellungsstände von Microsoft, Sony, Activision, Electronic Arts und Co. dürften also der Vergangenheit angehören.
    Die Electronic Entertainment Expo, abgekürzt E3Expo oder einfach E3, war bisher die grösste Show der globalen Video- und Computerspieleindustrie. Sie zog jährlich Zehntausende von Journalisten aus aller Welt, Vertretern der Industrie und Spieleinteressierte aller Art an. Sie spielte jeweils eine grosse Rolle in der Berichterstattung der auf Games spezialisierten Medien und bestimmte dadurch auch sehr stark den Erscheinungsrhythmus der Spiele – Neuheiten wurden natürlich gerne zur E3 präsentiert.
    Mit dem Ende der E3 in der bisherigen Form könnte auch dieser Zyklus durchbrochen werden und die Neuerscheinungen regelmässiger übers Jahr verteilt werden, meinten darum viele Szenekenner.
    Der Veranstalter selbst äusserte sich kaum über die Gründe der Entscheidung, ausser dass man damit die veränderten Bedürfnissen der Industrie berücksichtige. Gegenüber US-Medien erklärte ESA-Präsident Douglas Lowenstein ausserdem noch, dass dabei auch das Aufkommen konkurrierender lokaler Veranstaltungen wie der Leipziger Games Convention (August) und der Tokyo Game Show (September) sowie von eigenen Veranstaltungen der Hersteller eine Rolle gespielt hätte. (Hans Jörg Maron)

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