Das Energy Star Siegel bekommt Zähne

1. Februar 2007, 16:11
  • international
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Die Verlängerung des Energy Star Programms zwischen der Eu und den USA um fünf Jahre geht mit einer Verschärfung der Anforderungen einher. Viele Hersteller sind "not amused".

Die Verlängerung des Energy Star Programms zwischen der Eu und den USA um fünf Jahre geht mit einer Verschärfung der Anforderungen einher. Viele Hersteller sind "not amused".
Energysparende IT- und Bürogeräte können seit 2001 mit dem Energy Star Siegel werben. In vielen Fällen ist es inzwischen auch verpflichtend für Hardware, die in öffentlichen Ausschreibungen angeboten werden darf. Kurz vor Weihnachten 2006 haben die EU-Kommission und ihr Amerikanisches Gegenstück das US-Umweltbundesamt Environmental Protection Agency (EPA), das Abkommen für weitere fünf Jahre verlängert. Zudem gibt es in vielen Bereichen verschärfte Anforderungen an den Energieverbrauch der Geräte, eine Massnahme, die allen Herstellern bekannt war und deren weitere Schritte bis 2012 schon angekündigt sind.
Dennoch bricht derzeit vielerorts das grosse Heulen und Zähneklappern aus, denn die Absichten der Behörden sind ambitioniert. In den kommenden drei Jahren sollen 30TWh an Energy eingespart werden, was dem Strombedarfs Ungarns entspräche. Dementsprechend wurden die Anforderungen für den Energy Star, die inzwischen bei einigen Produktgruppen von 98 Prozent aller Geräte erfüllt wurden, auf die Effizienswerte der Top25 Prozent der Produkte angehoben. Im Umkehrschluss könnten also im Jahresverlauf 75 Prozent aller derzeit Angebotenen PCs, Notebooks, Monitore, Drucker, Faxe, Kopierer, Scanner und Multifunktionsgeräte, die über das begehrte Siegel verfügen, es wieder verlieren.
Unglücklich sind insbesondere Notebookhersteller, deren Produkte ab sofort mit den PCs in einer Klasse rangieren. So zitiert 'Microscope' HP mit den Worten "man habe das Gefühl die Organisation würde zuviel von Notebooks verlangen, die doch schon neueste Technologien im Bereich Energiemanagement verwenden würden und daher nicht bestraft werden sollten." Auch fürchten Stimmen in der Industrie, der Energy Star könne womöglich nicht mehr oft genug wahrgenommen werden und somit seine Attraktivität für die Kunden verlieren. Wieso ein Gütesiegel für Spitzentechnologie allerdings auf der Masse der Produkte kleben soll war der Argumentation beim besten Willen nicht zu entnehmen. (tm)

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