Die Hälfte der CIOs und CTOs arbeiten kaum zusammen

12. November 2021, 09:59
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Eine IBM-Studie zeigt auf, wie sehr auch in Zeiten der Pandemie die Tech-Chefs zu Treibern der digitalen Transformation geworden sind.

Obwohl der Druck auf Technikchefs noch nie so gross war wie derzeit, hat sich das Tempo zur Einführung neuer Tools unerwartet beschleunigt. War die Technologie auch früher schon wichtig für die moderne Gesellschaft, so sei sie heute als Norm akzeptiert. Das ist einer IBM-Studie zu entnehmen, die unter dem Titel "Die CIO Revolution – Barrieren überwinden, Werte schaffen" soeben erschienen ist.
Darin wird zunächst einmal das Tempo und der Umfang vom Rückgriff auf Cloud-Technologien konstatiert. Die Studie betont besonders die Flexibilität und Interoperabilität der Hybrid-Cloud, nennt aber auch die raschen Resultate, die durch die Kombination von KI und Automatisierung erzielt wurden. Das trage heute dazu bei, dass "virtuelle Unternehmensmodelle" möglich würden. Gerade die Corona-bedingte schnelle Durchsetzung der Digitalisierung befeuere, Synergien und neue Wertschöpfungsströme.
Von diesem Hintergrund ausgehend, hat das "Institute for Business Value" von IBM 5000 CIOs und CTOs sowie andere Führungskräfte aus dem Technologiebereich nach ihren Rollen dabei befragt.

CIOs und CTOs tauschen sich zu wenig aus

Die Befragung ergab, dass die Technikchefs sich heute, nicht nur mit der schnellen Einführung von Technologien, sondern auch mit ihrer wachsenden Komplexität auseinanderzusetzen haben. Und weil die Technologie zu einem untrennbaren Bestandteil jedes Unternehmens geworden ist, hat das auch Auswirkungen auf die Rolle der obersten Techniker. Ihre Aufgaben sind nicht nur breiter geworden, sondern haben auch zunehmend an strategischem Einfluss gewonnen.
Der breite Verantwortungsbereich bedeutet, dass CIOs unter Umständen um Ressourcen kämpfen müssen, sich widersprüchlichen Prioritäten und schwierigen Kompromissen zu stellen haben und möglicherweise nicht immer in vollem Umfang für die Breite und Reichweite ihrer Leistungen anerkannt werden.
Auch der Bereich des Führens macht den Technikchefs zu schaffen. Denn wie sollen sie die technologischen Funktionen am besten steuern und zumal noch erfolgreich umsetzen? Obwohl der engen Zusammenarbeit im Team eine grosse Bedeutung zugewiesen wird, zeigt die Studie "seltsamerweise", dass nur 45% der CTOs angeben, häufig mit ihren CIO-Kollegen zu interagieren. Und umgekehrt ist es nicht besser, denn nur 41% der CIOs betonen den Austausch mit den CTO-Kollegen.

Verwantwortung von CIOs wie CTOs wächst

Diese Situation ist laut Studie deshalb auffällig, weil die Rolle des CTO ja aus der Idee entstanden sei, dass der CIO allein keine Innovationen schaffen könne. Hier müsse also umgedacht werden. Gerade weil die Erweiterung und Diversifizierung des Technologieportfolios wächst, wachse auch die Verantwortung der CIOs und CTOs. Ihre Funktion richtig zu definieren habe oft wenig mit der einzelnen Führungskraft zu tun als vielmehr mit der Organisationsstruktur. Das sei umso wichtiger, weil die CIO- und CTO-Verantwortlichkeiten so weit gefasst sind und die Technologien so oft funktionsübergreifende Auswirkungen aufs Unternehmen haben.
Laut dem IBM-Papier steht viel auf dem Spiel. Die Rolle des CIO ist nicht mehr nur die Bereitstellung von Technologie für IT-Projekte, sondern die Bereitstellung von Geschäfts- und Kundenergebnissen durch gemeinsame Zusammenarbeit. Klar sei zudem, dass wie auch immer die Zukunft aussehen mag, CIOs und CTOs eine entscheidende Rolle dabei spielen werden, wie die Technologie gestaltet wird. 

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