Das helvetische Rechenzentrum unter der Lupe

11. März 2009, 13:59
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Wunde Punkte, Strukturen und Technologien im "durschnittlichen Schweizer RZ".

Wunde Punkte, Strukturen und Technologien im "durschnittlichen Schweizer RZ".
Das durchschnittliche Schweizer KMU belegt mit seinem Rechenzentrum eine grössere Stube von 55 Quadratmetern, beim durchschnittlichen Grossunternehmen ist es schon ein rechter Saal mit 375 Quadratmetern. Aber fast überall läuft was von Microsoft und ein SAN haben inzwischen auch die meisten: Philipp A. Zieglers Marktforschungsinstitut MSM Research hat gestern nicht nur seine neusten Zahlen zur Gesamtentwicklung des Schweizer IT-Markts verkündet, sondern auch erstmals eine Studie zu Schweizer Rechenzentren präsentiert.
Für die Studie wurden 90 Unternehmen befragt, davon je rund die Hälfte KMU (50 bis 500 Mitarbeitende) und Grossunternehmen. Wie sich zeigt, haben nur knapp acht Prozent der Befragten kein definiertes Rechenzentrum, das heisst keinen speziell für die IT-Infrastruktur reservierten Raum. Rund ein Drittel betreibt nur ein Data Centre, knapp 60 Prozent haben zwei oder mehr im Einsatz, um Arbeitslasten zu balancieren, für Backupzwecke oder als komplettes "Hot Standby"-Notfallrechenzentrum.
Datenflut und Sparmassnahmen
Ob in KMU oder Grossunternehmen, bei einer grossen Mehrheit von vier Fünfteln aller Unternehmen gehört die rasant steigende Datenflut beziehungsweise der dauernd wachsende Speicherbedarf zu den grössten Problemen und Herausforderungen, mit denen sie sich konfrontiert sehen. Drei Fünftel zählen die zunehmende Abhängigkeit ihres Unternehmens von der IT und die dadurch verlangte kontinuierliche Verfügbarkeit zu ihren "Painpoints". Je rund die Hälfte nennen die rasche Anpassung der IT an Veränderungen im Business sowie Backup & Archivierung, je rund ein Drittel den Kostendruck und den steigenden Bedarf an Rechenleistung.
A propos Kostendruck: Server-Virtualisierung wird von fast drei Vierteln aller Befragten als eine der vielversprechendsten Sparmassnahmen im Rechenzentrum bewertet. Die Technologie selbst wird denn auch bei 86 Prozent der Grossunternehmen und bereits knapp über der Hälfte der KMU zumindest angetestet. Eng mit der Servervirtualisierung verbunden ist heute der Einsatz von Blade-Servern. Solche findet man inzwischen bei zwei Dritteln der befragten Schweizer Grossunternehmen, aber erst bei etwas über einem Fünftel der KMU.
Weitere, häufig genannte Bereiche mit einem nach Meinung der RZ-Betreiber hohen Kostensenkungspotential sind Standardisierung und Reduktion der Komplexität (60 Prozent) sowie Speichervirtualisierung (40 Prozent). Weniger Einigkeit herrscht bei weiteren Sparmöglichkeiten: Je 20 bis 25 Prozent nannten bessere Ausbildung der Mitarbeiter, besseres Management der Speicherressourcen oder bedarfsgerechte interne Verrechnung von Rechenzentrumsleistungen. Und vielleicht enttäuschend für viele IT-Dienstleister: Nur 13 Prozent zählen Outsourcing, sowohl voll als auch selektiv, zu den Massnahmen mit dem grössten Sparpotential.
Betriebssysteme und Automation
Wenig überraschend ist Microsoft-Software fast allgegenwärtig und in 91 Prozent der Rechenzentren zu finden. Weit verbreitet ist inzwischen aber auch Linux. Bei insgesamt rund der Hälfte aller Befragten beziehungsweise knapp zwei Dritteln der Grossunternehmen und einem Drittel der KMU wird auch das Open-Source-Betriebssystem verwendet. IBMs Unix-Version AIX ist insgesamt bei einem Viertel der Befragten im Einsatz, Suns Solaris und HPs UX bei je einem Fünftel und IBMs Mainframe-Betriebssystem z/OS bei rund einem Zehntel.
Beim Grad der Automation sind die Verhältnisse in den Schweizer Rechenzentren sehr unterschiedlich, wobei dies auch stark von der Grösse des jeweiligen RZs abhängen dürfte. 30 Prozent der Befragten erklärten, dass bei ihnen die meisten Prozesse automatisiert seien. Demgegenüber stehen 13 Prozent, die noch alles von Hand erledigen, rund die Hälfte hat zumindest einige Prozesse automatisiert.
Nur Backup- und Recovery-Prozesse sind bereits bei einer Mehrheit von zwei Dritteln der RZs automatisiert, rund die Hälfte erledigt das Patch-Management automatisch. Dahinter folgen in der Reihenfolge ihrer Verbreitung Netzwerk-Management (47 Prozent), Datenbank-Management (43 Prozent), Störfall-Management (36 Prozent), Change-Management (28 Prozent), Server-Zuteilung (22 Prozent), Virtualisierungsmanagement (20 Prozent), Service Management / SLAs (20 Prozent), Speicherzuteilung (19 Prozent), Application-Performance (18 Prozent), Application-Provisioning (17 Prozent) und Verrechnungen (13 Prozent).

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