Das Internet der Dinge, Rechenzentren und die Sicherheit

24. März 2014, 11:07
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Gartner blickt auf die kommenden Herausforderungen für Rechenzentren

Gartner blickt auf die kommenden Herausforderungen für Rechenzentren
Das Internet der Dinge ist nicht aufzuhalten. Das Marktforschungsunternehmen Gartner glaubt, dass 2020 etwa 26 Milliarden Geräte zusätzlich am Netz sein werden. Produkte und dazu gehörende Serviceleistungen sollen einen Umsatz von etwa 300 Milliarden Dollar erbringen.
Internet of Things
Das Internet der Dinge erlaubt es Gegenständen, miteinander zu kommunizieren und autonom zu agieren. Ein Gerät kann Informationen zu seinem Status, Ort und seiner Funktionalität an eine zentrale Einheit weiterleiten. Dies kann mit Hilfe spezifischer Gerätinformationen bei der Entscheidungsfindung helfen. Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass eine Verkehrs-Überwachungs-Einheit einen Stau registriert und alle kommenden Autos auf der betroffenen Strecke selbstständig bremst.
Was kommt auf uns zu?
"Der Einsatz von IoT (Internet of Things) wird grosse Datenmengen generieren, die in Echtzeit analysiert und verarbeitet werden müssen", meint Fabrizio Biscotti, Forschungsdirektor bei Gartner. Bisher mussten Rechenzentren-Netzwerke auf Interaktionen von Menschen und ihren Applikationen reagieren. Der dramatische Anstieg an kleinen Sensormeldungen von vernetzten Geräten wird das Kommunikationsmuster gravierend ändern. Die kolossale Menge eingehender Daten wird die Bandbreite-Anforderung von Rechenzentren bedeutend erhöhen.
Die Herausforderungen
Durch Digitalisierung und die Automatisierung vieler Geräte und Verfahren ist eine drastisch komplexere Sicherheitsstruktur erforderlich. Echtzeit-Anwendungen und Produkte, welche möglicherweise die persönliche Sicherheit der User beeinflussen, werden die Anforderungen an die Hochverfügbarkeit ebenfalls steigern.
Die Sicherheit der Kommunikation ist wichtig. Smart Metering und viele andere Geräte sammeln bereits persönliche Daten wie Uhrzeit und Zweck der Verwendung. Mit dem Internet der Dinge werden noch mehr private Daten gespeichert werden. Doch ein Prinzip des IoT ist es, aus diesen Daten und der Kommunikation mit anderen Geräten einen Vorteil zu erhalten.
Um die Vielzahl kleiner Datenübertragungen zu bewältigen, wird eine deutlich grössere Bandbreite benötigt. Eine grosse Herausforderung wird Backup sein. Die riesige Menge an Rohdaten zu speichern, könnte sich als unlösbares Problem erweisen, warnt Gartner.
Unternehmen werden ein automatisiertes, selektives Backup Verfahren entwickeln müssen. Doch das Durchsuchen und Ordnen der Daten wird zusätzliche Rechenleistung, Bandbreite und Netzwerkleistung beanspruchen.
Ansätze
Die riesige Anzahl Zugriffe auf das Netzwerk und die grosse Menge von Datenübertragungen begünstigen ein verteiltes Datenzentrum-System. "IoT droht aus global verteilten Quellen massive Eingangsdaten zu generieren. Der Transfer der Gesamtheit an Daten an einen einzelnen Ort zur Aufarbeitung ist weder wirtschaftlich noch technisch machbar", kommentiert Gartner-Analyst Joe Skorupa. "Der Trend, Anwendungen zu zentralisieren, um Kosten zu sparen und die Sicherheit zu erhöhen ist mit IoT nicht kompatibel. Unternehmen werden gezwungen sein, Daten in mehreren verteilten Mini-Rechenzentren zu sammeln, wo eine anfängliche Aufarbeitung stattfinden kann. Für zusätzliche Verarbeitung können die relevanten Daten dann an eine zentrale Anlage weitergeschickt werden."
Ein grosser Schritt zu IoT-tauglichen Datenzentren wären Standardisierte Kommunikationsprotokolle und Data Center Infrastructure Management (DCIM). DCIM schlägt eine Brücke zwischen der IT-Infrastruktur und der Anlage selbst und sorgt für eine höhere Effizienz des Rechenzentrums. Das würde die Kosten sowie die Komplexität der Probleme reduzieren. (csi)

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