Das kaufen Schweizer IT-Abteilungen nächstes Jahr

1. Dezember 2004, 17:39
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Um es spannend zu machen: CRM und Software-Management sind am Ende der Liste

(Hinweis: Wer den Artikel "Schweizer CIOs im Budget-Spagat" schon gelesen hat, kann den ersten Abschnitt überspringen und bei "Wohin fliessen die IT-Budgets" weiterlesen.)
Wie eine Studie von Accenture und Avanade zeigt, müssen Schweizer IT-Leiter auch im nächsten Jahr versuchen, mit weniger mehr zu erreichen. 93% der 75 CIOs von Grossunternehmen, die für diese Studie befragt wurden, gaben an, dass Kosteneinsparungen zu den wichtigsten Treibern für IT-Projekte gehören. Fast ebenso viele, nämlich 92% nannten eine bessere Unterstützung des Geschäfts als Treiber. An dritter Stelle (83%) folgte die Unterstützung der Mitarbeitenden und an vierter Stelle die Unterstützung von Geschäftsprozesssen, also alles Themen, die in eine ähnliche Richtung gehen.
Eigentliche Innovationen sind demgegenüber deutlich weniger häufig angesagt, sie stehen aber immerhin auch auf dem Programm: 37% haben Projekte im Auge, um Releasewechsel einzuführen, knapp über ein Fünftel will auch gänzlich neue Software einführen.
Zu Kosteneinsparungen werden die CIOs auch weiterhin schon allein durch ihre tendenziell schmaler werdenden Budgets gezwungen. In diesem Jahr ist das Budget von fast der Hälfte (47%) der an der Studie beteiligten IT-Leiter gefallen. Bei 28% ist es gleich geblieben und bei 24% gestiegen. Im nächsten Jahr sieht es nur wenig besser aus: 52% erwarten ein gleich bleibendes IT-Budget, aber 32% sehen sich vor weiteren Budgetkürzungen, während nur 13,3% mit mehr Mitteln rechnen.
Wohin fliessen die IT-Budgets?
Der Frage, in welche Bereiche die IT-Leiter in den nächsten 24 Monaten am ehesten investieren werden, nähert sich die Studie auf verschiedenen Wegen. Einerseits wurden die Teilnehmer gebeten, ihre persönlichen "Top Themen", denen sie in den nächsten zwei Jahren Priorität einräumen wollen, mittels eines Punktesystems zu gewichten.
Als Thema Nummer eins wurde dabei mit 94 Punkten "Security" genannt. "IT-Effizienz" (90 Punkte) folgte knapp dahinter an zweiter Stelle. Das passt gut zusammen, da Probleme mit der Sicherheit, zum Beispiel Virenepidemien oder Spamfluten, um nur die Offensichtlichsten zu nennen, die Effizienz natürlich stark mindern können. Weitere Top Themen sind "Business Productivity, Collaboration und Unternehmensagilität" (68 Punkte), "Kostenmanagement" (68 Punklte), "Enterprise Integration" (44 Punkte), "Kontrolle und Übersicht über alle laufenden Projekte" (20 Punkte), "Business Intelligence und Reporting" (16 Punkte) und "Mobile Workforce" (14 Punkte).
Security, Server und Productivity
Des weiteren wurden die CIOs gefragt, in welche Bereiche sie zusätzlich zu den Basisausgaben in den nächsten 24 Monaten investieren wollen. Wiederum schwang dabei der Bereich "Security", den 76% der Befragten nannten, obenaus. (Wir nehmen an – die uns vorliegende Zusammenfassung der Studie erwähnt das nicht ausdrücklich – das darin auch Security-Aspekte wie Datensicherheit und Verfügbarkeit eingeschlossen sind.)
An zweiter Stelle folgte der Bereich "Server", den 67% nannten. Serverkonsolidierung dürfte also weiterhin auf dem Programm vieler IT-Abteilungen stehen. Auf den weiteren Plätzen folgen "Business Productivity, Collaboration und Unternehmensagilität" (56%), "Enterprise Integration" (47%), "Database, Business Intelligence" (45%), "Portale" (43%), "Mobility" (37%), "Software Management" (36%) "ERP-Software" (36%), "CRM-Software" (27%) und "Development" (25%). 13,3% nannten andere Bereiche.
Security, Productivity und Server
Und für die, die nicht gern Zahlen haben, hier noch ein paar Zahlen: Eine weitere Frage lautete "In welche Bereiche werden sie in den nächsten 12 Monaten am meisten investieren." Dabei wurden die CIOs dieses Mal gebeten, die Bereiche mit einem Punktesystem zu bewerten. (Viele Studien neigen leider dazu, die Leser – und wahrscheinlich auch die Studienteilnehmer – durch mehrere ähnlich gestellte Fragen zu verwirren).
Alles in allem sind die Resultate hier sehr ähnlich, wie bei der Frage nach den Zusatzinvestitionen. "Security" erhielt die höchste Punktzahl (65). Dahinter folgten "Business Productivity, Collaboration und Unternehmensagilität" (60), "Server" (56), "Enterprise Integration" (38), "Portale" (34), "Database, Business Intelligence" (29), "Development" (24), "ERP-Software" (23), "Mobility (20), "CRM-Software" (19) und "Software Management" (12).
Eine ausfürlichere Zusammenfassung der Studie finden Interessierte hier. (Hans Jörg Maron)

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