Das lange Warten auf das IT-Obligatorium an Gymnasien

1. Februar 2017, 15:49
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Um abzuklären, ob das Fach Informatik für alle Gymnasiastinnen und Gymnasiasten obligatorisch werden soll, hat der Vorstand der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) gemeinsam mit dem eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) eine Anhörung

Um abzuklären, ob das Fach Informatik für alle Gymnasiastinnen und Gymnasiasten obligatorisch werden soll, hat der Vorstand der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) gemeinsam mit dem eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) eine Anhörung gestartet. Laut einer Mitteilung kommt ein seit Juli 2016 vorliegender Entwurf für einen Rahmenlehrplan zur Diskussion.
Beteiligt gewesen sind an der 2015 gestarteten Ausarbeitung dieses Entwurfs beispielsweise mit dem Schweizerischen Verein für Informatik in der Ausbildung (SVIA) auch Vertreter aus der IT-Branche jetzt neben anderen Organisationen die Verbände ICT Switzerland, SwissICT und die Schweizer Informatik-Gesellschaft (SI).
Zu entscheiden ist übrigens auch, ob es sich bei der Informatik dereinst um ein Grundlagenfach oder – analog zum bestehenden Fach "Wirtschaft und Recht" – ein obligatorisches Fach handeln soll. Ein obligatorisches Fach zählt für die Berechnung der Semester- respektive Jahresnote, während die Noten in einem ebenfalls obligatorischen Grundlagenfach auch in die Berechnung der Maturitätsnote einfliessen, erklärt man bei der EDK.
Obligatorisches Angebot gefordert
Abgesehen davon scheint die Stossrichtung aber klar zu sein. Denn bereits im Begleittext der Projektgruppe zu dem Entwurf wird betont, "dass es unbedingt ein obligatorisches Angebot Informatik geben sollte, das deutlich über das heute aktuell angebotene Ergänzungsfach hinausgehen werde".
Laut einer Mitteilung der EDK von heute, geht es bei dem obligatorischen Fach "nicht um die Vermittlung von Anwenderkenntnissen, sondern um die Vermittlung von wichtigen Grundlagen der Informatik". In einem für alle Schüler relevanten Teil wird deshalb eine breite IT-Grundbildung angestrebt. Die soll über verschiedene Konzepte eingeführt werden und etwa Grundzüge von Programmiersprachen, wichtige technische Hintergründe von Computernetzwerken oder Sicherheitsaspekte der digitalen Kommunikation sowie ein fundiertes Verständnis der Hintergründe der Informationsgesellschaft vermitteln.
Die Verwaltung mahlt langsam
Definitiv nicht im üblichen IT-Tempo wird das nun schon seit 2013 diskutierte Projekt umgestzt werden. Zwar strebt der EDK-Vorstand an, voraussichtlich schon im Oktober 2017 über den Erlass des Rahmenlehrplans zu befinden. Doch ist damit die IT noch lange nicht als Fach in den Gymnasien etabliert. Denn für die "schweizweite Einführung eines obligatorischen Informatik-Angebotes wäre zudem in der Folge zusammen mit dem Bund eine parallele Revision der jeweiligen Rechtsgrundlagen an die Hand zu nehmen", hält man denn auch bei der EDK fest. Es gehe darum das Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) der EDK und die Maturitätsanerkennungsverordnung (MAV) des Bundes zu revidieren. Wobei diese "Revision dann wieder nach einem eigenen Zeitplan verlaufen" würde, wie es weiter heisst.
Was im Lehrplan 21 für die Volkschulen schon erreicht ist, hat an den Gymnasien definitiv noch zu warten. (vri)

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