Das neue Simap startet am 1. Mai 2019 (Update)

31. August 2018, 09:11
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Auf Simap.

Auf Simap.ch veröffentlichen der Bund, viele bundesnahe Betriebe und die meisten Kantone und Gemeinden Ausschreibungen. Die Webseite sieht nicht nur furchtbar altbacken aus – sie ist es auch.
Am 1. Mai 2019 wird Simap.ch durch eine moderne Plattform abgelöst. Diese wird von der griechischen Firma European Dynamics entwickelt, die bereits den Auftrag für eine Beschaffungslösung für den Kanton Bern gewonnen hat. Die Lösung wird unter einer Open-Source-Lizenz vertrieben und von sehr vielen europäischen Ländern eingesetzt. Die Schweizer Version wird vom Seco betrieben werden.
Vorgestellt wurde die künftige (fast) gesamtschweizerische Ausschreibungsplattform diese Woche an der Beschaffungskonferenz in Bern von Thomas M. Fischer vom Berner Kantonalen Amt für Informatik. Der Auftrag für den Bau des neuen Simap wurde ordnungsgemäss auf Simap (wo sonst?) ausgeschrieben, so Fischer. Der Gewinner des Deals, European Dynamics, beschäftigt nach eigenen Angaben über 500 Mitarbeitende, setzt etwa 35 Millionen Euro pro Jahr um und macht einen Gewinn auf EBITDA-Stufe von mehr als 20 Prozent des Umsatzes. Die Procurement-Lösung wird in fast allen europäischen Ländern, aber auch ausserhalb Europas eingesetzt. Der Hauptsitz von European Dynamics ist in Griechenland und nicht, wie wir im Mai 2017 schrieben, in Luxemburg.
Anders als die alte Simap-Version, kann man das "griechische" Simap auch für das Abbilden von Beschaffungsprozessen nutzen. Behörden können sie in Zukunft wie bisher einfach als Publikationsorgan nutzen oder aber auch die Beschaffungsprozesse (Bewertung von Angeboten, Notizen, Dossier-Bearbeitung und mehr) damit abwickeln.
Der Verein Simap wird diverse Ausbildungsmöglichkeiten anbieten. Firmen, die künftig über Simap Angebote einreichen können, müssen sich vom Hersteller ausbilden lassen. Fischer empfahl allen Beschaffungsprofis, die ab nächsten Mai mit der neuen Plattform arbeiten sollen und müssen, möglichst keine Ferien im Mai zu nehmen.
Vorsicht: Archiv wird gelöscht
Daten werden bei der Migration auf die neue Plattform nicht übernommen. Man will von Mai bis November die beiden Plattformen parallel betreiben, danach wird das alte Simap.ch eingestellt. Die Daten darauf sind dann verloren.
Wie Fischer sagte, hatten weder das Bundesarchiv noch die kantonalen Archive Interesse an den Daten. Man kann nur hoffen, dass die Daten auf der Webseite Intelliprocure der Universität Bern auch in Zukunft erhalten bleiben. (hc)
Korrigenda: Unternehmen, die simap2019 als Anbieterinnen für die Angebotseingabe nutzen wollen, benötigen keine Ausbildung des Herstellers. "So etwas wäre undenkbar, weil simap.ch täglich von Hunderten auch kleinen Unternehmen genutzt wird und allen Marktteilnehmenden möglichst hindernisfrei offenstehen muss; eine solche Zugangshürde würde den Zweck der Webseite (und des öffentlichen Beschaffungswesens) völlig zunichtemachen", so Referent Thomas Fischer. Für Unternehmen sollte die Webseite möglichst selbsterklärend sein. "Eine Ausbildung durch den Hersteller halten wir nur für 'Profi-User' der Beschaffungsstellen, die alle Funktionen nutzen wollen, für sinnvoll." Wir entschuldigen uns. (Redaktion inside-it.ch/mag)

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