Das Notebook im Backofen und andere Datenunfälle

10. Dezember 2008, 16:05
  • security
image

Alle Jahre wieder veröffentlicht der Datenretter Kroll Ontrack seine beliebte Liste der zehn kuriosesten Datenverluste, die ihm im Laufe des Jahres untergekommen sind.

Alle Jahre wieder veröffentlicht der Datenretter Kroll Ontrack seine beliebte Liste der zehn kuriosesten Datenverluste, die ihm im Laufe des Jahres untergekommen sind. Natürlich ist dabei ein gutes Stück Eigenlob dabei, schliesslich konnte Kroll in allen diesen Fällen die verlorenen Daten weitgehend wieder herstellen, aber Missgeschicke (anderer Leute) amüsieren doch immer wieder.
Hier also die Liste:
10. Über Bord: Eine Weltumsegelung endete beinahe im "Datenschiffbruch", als das Boot am letzten Tag mitsamt Notebook – auf dem die Seglerin viele Erinnerungen der Reise gespeichert hatte - kenterte. Das Notebook konnte aber geborgen werden und den Datenrettern gelang es, alle Daten wiederherzustellen und so nicht wiederbringbare Erinnerungen zu bergen.
9. Hurrikan: Nach dem Hurrikan Katrina 2005 ging ein frisch verheiratetes Paar davon aus, dass sowohl ihre Verlobungs- als auch Hochzeitsfotos auf einer vom Hochwasser geschädigten Festplatte für immer verloren seien. Eine scheinbar endgültige Bestätigung dafür lieferte ein örtlicher Datenrettungsanbieter. Er meinte, die Festplatte wäre so stark korrodiert, dass nichts zu machen sei. Zweieinhalb Jahre später wagte das Paar dennoch einen zweiten Versuch bei Kroll Ontrack, wo es gelang, alle Fotos wiederherzustellen.
8. Bordgefechte: Eine Anwältin dachte sich, Urlaub und Arbeit miteinander verbinden zu können, als sie mit ihrem Vater zum Angeln ging. Wütend darüber, dass sie ihr Notebook auf das Fischerboot mitnahm, liess der Anglerfreund ihres Vaters kurzerhand ihre Tasche mitsamt Notebook und Backup-Medien über Bord gehen. Komplett bekleidet und ohne viel Hoffnung sprang die Anwältin hinterher. Zu ihrem Glück konnten die Ingenieure bei Kroll Ontrack die wertvollen Geschäftsinformationen wiederherstellen. Unklar ist, ob die Beziehungen innerhalb von Familie und Anglerfreunden gerettet werden konnten.
7. High Noon: Pünktlich zur finalen Nachproduktion eines Westerns gab es bei einem unabhängigen Filmproduzenten ein Festplatten-Headcrash auf seinem MacBook Pro, welches daraufhin abstürzte. Natürlich hatte der gute Mann kein Backup gemacht, und fürchtete nun um ein Jahr harter Arbeit. Mit Hilfe der Datenretter wurden die Daten aber wiederhergestellt, der Film ist heute weltweit auf DVD erhältlich.
6. Wasserleiche: Aus einem Einfamilienhaus wurde neben einer Handtasche und einem Auto auch ein Notebook gestohlen. Das Auto wurde am folgenden Tag an einem Fluss gefunden, aber von Notebook oder Handtasche fehlte jede Spur. Tage später tauchte ein ehrlicher Finder vor dem Haus der Opfer auf – mit einer tropfenden Notebook-Tasche samt Notebook. Seine Kinder hätten die ans Ufer geschwemmte Tasche gefunden. Die Spur zum Eigentümer gab die dazu gepackte Handtasche, und die Daten wurden von... Na, Sie wissen schon.
5. Haustiervandalismus: Ein wütender Hund schnappte sich das externe USB-Laufwerk vom Esstisch und zerstörte es so, dass die Daten am PC nicht mehr lesbar waren. Familienfotos der letzten fünf Jahre drohten verloren zu sein.
4. Babyzähne: Kroll Ontrack erhielt eine aus einer Kamera stammende SD-Karte mit Bissspuren. Der Kunde gab an, dass wohl ein "wildes Tier" daran herumgekaut hätte. Das wilde Tier war, wie sich später herausstellte, der zweijährige Sohn der Familie.
3. Saugeffekt: Staubsauger behandeln beim wöchentlichen Hausputz 1-GB-Speicher-Sticks nicht besser als Essenskrümel. Die Saugkraft war in diesem Fall so stark, dass sich Teile des USB-Speichers von der Platine gelöst hatten.
2. Panther: Ein Wildtierprojekt eines Forschungsinstituts kam beinahe zum Erliegen. Ein Florida-Panther hatte den Flashchip seines Ortungshalsbands beschädigt. Die wichtigen Daten, die dem Erhalt der bedrohten Tierart dienlich sind, konnten wiederhergestellt werden (Den Panther hat aber wahrscheinlich nicht Kroll eingefangen).
1. Backhendl und Back-Notebook: Ein Mann griff vor einer Reise zu einer unkonventionellen Massnahme und versteckte sein Notebook im Backofen. Seine Frau schob das Brathähnchen hinterher, ohne mit einem Notebook als Beilage zu rechnen. Das Geflügel wurde knusprig, das Notebook auch. Die Daten blieben aber frisch und konnten wieder ausgelesen werden. (Kroll/hjm)
(Foto: Kroll Ontrack. Dabei handelt es sich aber nicht um das Original-Back-Notebook, dieses Gerät wurde bei einem Feuer beschädigt.)

Loading

Mehr zum Thema

image

Cybersecurity bei EY

Mit dem Cybersecurity Team unterstützen wir bei EY unsere Kundinnen und Kunden bei der Risikominimierung von Cyberangriffen.

image

Geotech: Was die Schweiz für mehr Cybersicherheit tun kann

Die geopolitische Lage spitzt sich auch im Cyberspace zu. Einzelne Anbieter auszuschliessen, sei keine gute Massnahme, sagen Security-Experten. Sie bevorzugen andere Mittel.

publiziert am 4.10.2022
image

Ransomware-Bande meldet Angriff auf Ferrari

Die Gruppe Ransomexx hat angeblich erbeutete Dateien veröffentlicht. Der Automobilhersteller erklärt, keine Beweise für eine Verletzung seiner Systeme zu haben.

publiziert am 3.10.2022
image

Neue Zero-Day-Lücken in Exchange Server

Die Lücken werden aktiv ins Visier genommen. Bisher gibt es nur einen Workaround.

publiziert am 3.10.2022